Alkohol-Studie Mahnungen machen Durst
Das Team der University of Arkansas nahm studentische "Binge Drinkers", grob übersetzt "Kampftrinker", unter die Lupe, die mindestens fünf Getränke pro Kneipengang zu sich nehmen. Das Ergebnis, veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Journal of Public Policy and Marketing", lautet: Wohlmeinende Warnungen vor Alkohol am Steuer erleichterten vor allem das Gewissen von Wirten und Getränkeherstellern. Auf der anderen Seite des Tresen aber hätten sie nicht den geringsten Effekt, "Binge"-Trinker bekämen durch sie sogar Lust auf ein Extra-Bier.
Den Grund macht das Team um Scot Burton und Elizabeth Creyer in der beruhigenden Wirkung der sorgenvollen Texte aus: Sie gaukelten den Alkoholfreunden vor, der Wirt sei um ihr Wohlergehen besorgt - weshalb sie den berauschenden Getränken umso stärker zusprächen. Auch fernab der Bar, so die Wissenschaftler, entfalten Warnungen vor Alkohol am Steuer ihre unselige Wirkung, indem sie Studenten die Werbung für besonders günstige Getränke und Happy Hours in Erinnerung bringen.
"Wir haben einen Bumerang-Effekt entdeckt", sagt Jennifer Christie, Mitglied des Forscherteams. Die Mahnung zur Verantwortung habe dazu geführt, dass "Binge"-Trinker das Risiko eines Unfalls bei einer Alkoholfahrt noch geringer einschätzten als sonst. Künftige Versuche, das Verhalten von Gewohnheitstrinkern zu beeinflussen, sollten deshalb besser auf die Zielgruppe abgestimmt sein, meinen die Wissenschaftler.