Altersforschung: Kau dich schlau - DER SPIEGEL
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Altersforschung Kau dich schlau

Eine Studie japanischer Wissenschaftler lässt vermuten, dass Kauen das Erinnerungsvermögen älterer Menschen trainiert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zu diesem Ergebnis kam laut eines Artikels im Fachjournal "New Scientist" ein Forscherteam an der Gifu University School of Medicine unter Leitung von Minoru Onozuka.

Die Wissenschaftler untersuchten die Gehirnaktivität älterer Menschen während des Kauens mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie. Dabei stellten sie fest, dass durch die Kieferbewegungen Signale im Hippokampus verstärkt wurden. Dieser Bereich des Gehirns spielt eine wichtige Rolle in Lernprozessen, hier werden neue Eindrücke kurzfristig gespeichert. Während des menschlichen Alterungsvorganges verschlechtert sich die Funktionsfähigkeit der Zellen im Hippokampus, was sich negativ auf das Kurzzeitgedächtnis auswirkt.

Zusätzlich testeten die Japaner das Gedächtnis von Mäusen, die auf Grund genetischer Eingriffe Zeichen des menschlichen Alterungsprozesses wie Haarausfall und Nachlassen der Gedächtnisleistung zeigten. Dabei stellte sich heraus, dass solche Tiere, denen man zusätzlich die Backenzähne gezogen hatte, ein schlechteres Erinnerungsvermögen zeigten als eine Kontrollgruppe mit vollem Gebiss. In den Untersuchungen mussten die Tiere in einem Wasserirrgarten eine versteckte Plattform wiederfinden.

Der genaue Zusammenhang zwischen Kieferbewegung und Gedächtnis konnte jedoch noch nicht gefunden werden, sagte Minoru Onozuka. Joyce Wau, eine Expertin für Altersforschung an der University of Edinburgh, zeigte sich von den Ergebnissen der Studie fasziniert. Sie stellte die These auf, dass ein durch das Kauen ausgelöstes verringertes Stressempfinden der Grund für ein verbessertes Erinnerungsvermögen sein könnte.