Antikes Grab: Thrakischer Goldschatz entdeckt - DER SPIEGEL
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Antikes Grab Thrakischer Goldschatz entdeckt

Archäologen haben ein 2400 Jahre altes thrakisches Grab im Osten Bulgariens ausgegraben. Neben Rüstungsteilen und Pferdegeschirr wurde auch eine goldene Krone entdeckt. Es könnte sich um das Grab vom thrakischen Herrscher Seutus handeln.
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Vorsichtig präsentiert die Archäologin Daniela Agre ihren Fund, als sie aus dem antiken Grab steigt: In den Händen hält sie eine goldene Krone, die vermutlich einem thrakischen König im vierten Jahrhundert vor Christus gehört hatte. Das Reich der Thraker umfasste zu jener Zeit weite Teile des östlichen Balkans.

Die Archäologen waren am Samstagabend auf das Grab gestoßen, als sie in der Nähe des Dorfes Zlatinitsa, etwa 290 Kilometer östlich der bulgarischen Hauptstadt Sofia gruben. Die Gruft war mit wertvollen Beigaben gefüllt: Neben der Krone fanden die Forscher noch einen goldenen Ring, fein gearbeitete, silberne Opferbecher sowie viele goldene und silberne Teile von Rüstungen und Pferdegeschirr.

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Thrakische Motive: Goldring, Opferbecher, Rüstung

Foto: AFP

Damit sei es wahrscheinlich, dass es sich bei dem Fund um ein Königsgrab handelt, sagt Bozhidar Dimitrov, der Direktor des staatlichen historischen Museums. "Obwohl der Tote nicht nach der thrakischen Tradition bestattet wurde, zeigen alle Objekte thrakische Motive." Die Leiche des Königs lag in einer großen holzgetäfelten Grube, zusammen mit zwei Pferden und einem Hund. Bei der thrakischen Beerdigungszeremonie wurden die Toten meist in großen Steingräbern unter Erdhügeln begraben.

Nach einer ersten Theorie könnte das gefundene Grab die Ruhestätte des thrakischen Herrschers Seutus sein. Dieser hatte sich vor etwa 2500 Jahren selbst zum König gekrönt und die thrakischen Stämme mit griechischen Söldnern unterdrückt. Der griechische Chronist Xenophontes hatte über die Schreckensherrschaft des Seutus geschrieben.

Die Thraker lebten im heutigen Bulgarien und in Teilen des modernen Griechenlands, Rumäniens, Mazedoniens und der Türkei. In ihrer Blütezeit ab dem fünften Jahrhundert vor Christus erstreckte sich das thrakische Reich von den Karpaten bis Kleinasien. Die Thraker galten als kluge Kriegsherren, aber auch in der Medizin und der Musik erlangten sie Ruhm in der antiken Welt. Von Invasionen der Perser und Kelten geschwächt, wurde das thrakische Reich schließlich 46 nach Christus durch die Römer unterworfen. Doch das neuentdeckte Grab konnten die Wissenschaftler genau datieren: "Griechische Keramik, die auch in dem Grab lag, zeigte uns, dass die Beisetzung um 360 bis 370 vor Christus stattgefunden haben muss", sagt Dimitrov.

Das Gebiet in Bulgarien gilt als reiche Fundstätte für die thrakische Kultur. Erst im letzten Jahr hatte eine andere archäologische Expedition zwei große thrakische Grabstätten in der Region um die Stadt Kazanlak gefunden. Unter anderem hatten die Forscher dort eine aufwendig gearbeitete Goldmaske entdeckt. Die Archäologen nannten die Region daraufhin das "Tal der thrakischen Könige" in Anspielung auf das Tal der Könige im ägyptischen Luxor.

Immer wieder gehen den Archäologen jedoch Funde durch Plünderungen verloren. Tausende Hügelgräber, die im ganzen Land verstreut sind, bergen vermutlich noch weitere Schätze. Im Wettlauf mit Grabräubern müssen Archäologen deshalb besonders schnell arbeiten, sagt Dimitrov: "Die Grabungen gehen weiter und neue Erkenntnisse erscheinen im Minutentakt."