Archäologie: "Die Versaces der Wikingerzeit" - DER SPIEGEL
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Archäologie "Die Versaces der Wikingerzeit"

Müllsammeln kann nützlich sein - besonders, wenn man dabei auf eine archäologische Sensation stößt. Auf diese Weise wurde jetzt in Irland ein 1000 Jahre alter Silber- und Bronzeschatz der Wikinger entdeckt, der weiteren Aufschluss über die Handelsbeziehungen des Seefahrervolkes geben soll.
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Dublin - Der Fund der 43 Schmuckstücke und Münzen wurde von der irischen Denkmalbehörde Duchas als "sehr aufregend und bedeutsam" bezeichnet. Selbst in Skandinavien habe man bisher nichts Vergleichbares gefunden, sagte Chef-Archäologe Victor Buckley in Dublin.

Gefunden wurde der Schatz in der Höhle von Dunmore in der südostirischen Grafschaft Kilkenny, wo bei einem Wikinger-Massaker im Jahr 928 mehr als 1000 Frauen und Kinder eines örtlichen Stammes ermordet wurden. Ein Touristenführer war in einem Höhlenspalt auf die Schmuckstücke gestoßen, als er Besuchermüll aufsammelte. Die Höhle sei jetzt abgesperrt worden, um mit Metallaufspürgeräten ausgerüstete Schatzsucher fern zu halten, sagte Buckley.

Die gefundenen Stücke wurden inzwischen zu weiteren Untersuchungen in das irische Nationalmuseum nach Dublin gebracht. Dazu gehören nach Angaben Buckleys eine Anzahl konisch geformter, fein gearbeiteter Silberknöpfe, die wahrscheinlich vom Mantel einer sehr reichen Person stammen - sozusagen den "Versaces der Wikingerzeit", wie Buckley sich ausdrückte. Der Archäologe vermutet, dass die Knöpfe zu einem Kleidungsstück aus der "byzantinischen Welt" gehören, das wahrscheinlich von den Wikingern auf dem Gebiet der heutigen Russischen Föderation geraubt oder im Handel erstanden wurde.

Zu dem Fund, der noch in diesem Jahr in Dublin ausgestellt werden soll, zählen auch mehrere in den nordenglischen Städten Chester und York geprägte Wikingermünzen sowie Bronzebarren. Als bedeutsam wertete Buckley die Entdeckung von zwei zwischen 879 und 892 in Armenien geprägten Münzen. Zwar wisse man nicht, wie die Stücke nach Irland gekommen seien, aber sie zeigten, wie weit die Wikinger auf ihren "Handels- und Raubzügen" gekommen seien. Bei der Aufklärung der geschichtlichen Hintergründe hoffe die irische Behörde "auf Hilfe aus aller Welt", sagte Buckley.