Ausgestorben Abschied von Miss Waldrons
New York - Wie die Zeitschrift "Conservation Biology" berichtet, wurden während einer sechsjährigen Untersuchung in Ghana und an der Elfenbeinküste keine Tiere der westafrikanischen Affenart Miss Waldrons mehr gesichtet. Die Forscher zeigen sich nicht überrascht von dem Ergebnis: Zum letzten Mal wurde ein Exemplar der Unterart des Roten Stummelaffen im Jahre 1980 im Dschungel von Ghana gesichtet.
Erst seit 1988 stand der Miss Waldrons auf der Liste der bedrohten Tiere. Wissenschaftler machen die Jagd nach den Tieren sowie die Abholzung der Regenwälder für ihr Verschwinden verantwortlich. Die Affen waren wegen ihres Fleisches beliebtes Jagdobjekt, zudem leicht zu erbeuten, da sie in großen, lärmenden Gruppen leben.
Die Unterart der Miss Waldrons war 1933 erstmals von Forschern entdeckt worden. Auch die anderen Unterarten des Roten Stummelaffen sind vom Aussterben bedroht.
Die etwa neun Kilogramm schweren Roten Stummelaffen erhielten ihren Namen wegen ihres besonders rückgebildeten Daumens.
Schätzungen zu Folge sind etwa zehn Prozent aller 608 Affenarten und -unterarten in ihrem Bestand gefährdet. Weitere zehn Prozent sind zwar nicht unmittelbar bedroht, werden aber ohne besseren Schutz ebenfalls innerhalb der kommenden Jahrzehnte aussterben.