Psychologie Liebe Leserin, lieber Leser,
es ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, und ich kann mich immer wieder darüber aufregen: Mädchen bekommen in der Schule bessere Noten als Jungen und machen auch häufiger Abitur. Aber später verdienen Frauen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer. Was läuft da schief?
Eine besonders spannende Erklärung dafür gibt jetzt eine aktuelle Studie der britischen University of Bath: Es könnte an der äußerst sensiblen Psyche der Männer liegen, an der männlichen Mimosenseele, die von einer gutverdienenden Ehefrau schlicht überfordert ist.
Ich weiß, es ist nur schwer zu glauben, aber ein zu hohes Gehalt der Ehefrau setzt Männer offenbar gewaltig unter Druck. Die Studie aus Bath, die auf einer Befragung in 6000 Haushalten beruht, zeigte, dass es dem Mann zwar einerseits guttut, wenn die Frau dazuverdient und ihn von seiner alleinigen Verantwortung, für die Familie sorgen zu müssen, entlastet. Doch wehe, das Gehalt der Ehefrau ist zu hoch!
Sobald sie mehr als 40 Prozent zum Haushaltseinkommen beiträgt, steigt der psychosoziale Stress des Ehemanns, und zwar rasant. Er fühlt sich häufiger wertlos, traurig, verzweifelt. Frühere Studien haben Ähnliches gezeigt: etwa, dass ein zu hohes Einkommen der Ehefrau den Mann impotent machen oder ihn sogar früher sterben lassen kann.
Was soll man da als Frau nur tun? Die Beförderung ablehnen? Die Gehaltsabrechnung verstecken? Teilzeit? Oder lieber gleich einen Beruf wählen, bei dem man schon weiß, dass man dort nicht viel verdienen wird?
Natürlich nicht! Es liegt in Wahrheit ja gar nicht an der Frau, dass der Mann so leidet. Das Problem ist, das überholte Rollenbild des Familienernährers - ein Bild, dem viele Männer immer noch meinen, genügen zu müssen, obwohl die Zeiten sich längst geändert haben.
Entspannt euch, Männer! Dass es auch anders geht, zeigen die Ehemänner in der Studie aus Bath, denen bereits vor der Hochzeit klar war, dass ihre Liebste die Hauptverdienerin sein würde: Sie blieben angesichts der Gehaltsabrechnung ihrer Partnerin gelassen.
Herzlich
Ihre Veronika Hackenbroch
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