Biotechnik Klonmäuse sterben jung
Dass geklonte Tiere oft kurz nach der Geburt an schweren Missbildungen sterben, ist bekannt. Wenig wissen die Forscher bislang jedoch über die Langzeitfolgen der noch jungen Technik: Die Gegner des Klonens befürchten vorzeitige Alterskrankheiten und einen frühen Tod der künstlich geschaffenen Lebewesen. Befürworter wie die Biotech-Firma Advanced Cell Technology sehen in den geklonten Geschöpfen hingegen ganz normale Tiere.
Eine neue Studie gibt den Kritikern des Verfahrens Rückendeckung: Wie japanische Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature Genetics" berichten, haben geklonte Mäuse eine deutlich niedrigere Lebenserwartung als normal zur Welt gekommene Artgenossen. Die erste Untersuchung dieser Art stützt die Ansicht, dass sich schädliche Auswirkungen der Klontechnik teilweise erst im späteren Leben bemerkbar machen.
-
2 Min
-
1 Min
-
2 Min
-
2 Min
Das Team um Atsuo Ogura von Japans Nationalem Institut für Infektionskrankheiten in Tokio hatte zwölf aus Körperzellen geklonte Mäuse und sieben Kontrollmäuse untersucht. Obwohl die kopierten Nager zunächst einen gesunden Eindruck machten, starb das erste Tier dieser Gruppe bereits nach 311 Tagen. Bloß zwei geklonte Mäuse erreichten ein Alter von 800 Tagen, während von den sieben Kontrolltieren immerhin sechs dieses Jubiläum erlebten.
Die geklonten Mäuse gingen, wie Ogura und seine Kollegen schreiben, an schwerer Lungenentzündung und Leberversagen ein. Die Tiere hatten deutlich weniger Antikörper produziert als die Nager der Kontrollgruppe. Daraus folgern die Forscher, dass das Immunsystem der Klonmäuse zu schwach war, um Krankheitserreger effektiv abzuwehren.
Die niedrigere Lebenserwartung der Klontiere könnte, so die Wissenschaftler, von mehreren Faktoren abhängen - zum Beispiel vom genetischen Profil der Mäuse oder dem Typ der Körperzelle, aus dem die Nager gezüchtet wurden. Wegen der möglichen negativen Langzeitfolgen seien Bedenken gegen das reproduktive Klonen von Menschen angebracht, schließen Ogura und seine Kollegen.