Brustkrebs: Ärzte räumen tödliche Fehler ein - DER SPIEGEL
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Brustkrebs Ärzte räumen tödliche Fehler ein

Jedes Jahr sterben Tausende von Frauen, weil Brustkrebs nur unzureichend erkannt oder behandelt wird. Die Ärzteschaft will nun die Qualitätsstandards erhöhen und Schwarzen Schafe auf die Finger klopfen.
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Berlin - Die Ärzteschaft hat Fehler bei der Früherkennung von Brustkrebs eingeräumt. Jedes Jahr sterben nach Angaben von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) rund 4000 Frauen, weil Ärzte die Krankheit zu spät erkennen oder gar nicht. "Diese Defizite sind unbestritten vorhanden", sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Manfred Richter-Reichhelm, der "Berliner Morgenpost". Den Vorwurf von Schmidt, die Ärzte seien mangelhaft ausgebildet, wies er dagegen zurück.

Bundesweit sterben jährlich etwa 19.000 Frauen an Brustkrebs, 46.000 erkranken neu, schreibt das Blatt. Bislang fehlen in Deutschland einheitliche Qualitätsstandards zur Früherkennung. Zudem wird die Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie) von den Kassen nur bezahlt, wenn ein eindeutiger Verdachtsfall vorgelegen hat.

Um die Defizite abzubauen, hätten Ärzteschaft und Kassen einen Ringversuch gestartet: Ärzte bekommen einmal im Jahr Aufnahmen zugeschickt, die sie auswerten müssen. "Wer gravierende Fehler macht, darf keine Mammographie mehr durchführen", sagte Richter-Reichhelm.

Außerdem starteten in Wiesbaden und Bremen Modellversuche zur flächendeckenden Vorsorgeuntersuchung. Alle Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren könnten daran teilnehmen. "Wir erhoffen uns davon Aufschluss, ob sich die Qualität der Früherkennung erhöht", sagte Richter-Reichhelm.