Buchgeschichte: Tintenkiller in der Renaissance - DER SPIEGEL
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Buchgeschichte Tintenkiller in der Renaissance

Notebooks gab es womöglich schon zu Shakespeares Zeiten. In einer Bibliothek hat ein US-Forscher ein kleines Buch entdeckt, in dem Notizen offenbar nach Belieben gelöscht werden konnten.
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Gab es schon im ausgehenden 16. Jahrhundert Vorläufer heutiger Notebooks? Peter Stallybrass, Anglistikdozent an der University of Pennsylvania, ist überzeugt, dass schon vor 400 Jahren handliche Bücher verwendet wurden, in denen Notizen "gespeichert" und nach Belieben gelöscht werden konnten.

Auf die Spur der ersten Notebooks kam Stallybrass beim Lesen von Shakespeares "Hamlet". An einer Stelle des Werks spricht der Protagonist von "Tafeln", auf denen alles Geschriebene "gelöscht" werden könne ­ und das zu einer Zeit, als mit Tinte geschrieben wurde, die sich eigentlich nicht mehr entfernen ließ.

Doch der Dichter hat offenbar nicht phantasiert: In der Folger Shakespeare Bibliothek in Washington entdeckte Stallybrass jetzt ein kleinformatiges Notizbuch aus dem Jahr 1604. Einige Seiten am Ende sind mit einer gipsartigen Schicht überzogen.

Das darauf mit Tinte notierte Kochrezept, glaubt Stallybrass, hätte der Besitzer bei Bedarf mit einem Schwamm oder einem ähnlichen Utensil "löschen" und durch neue Texte ersetzen können. Zu Shakespeares Zeiten, vermutet der Gelehrte, seien bereits Tausende solcher Notizbücher mit speziell beschichteten Speicherblättern in Gebrauch gewesen.

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