Computerfehler: "Endeavour" bleibt am Boden - DER SPIEGEL
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Computerfehler "Endeavour" bleibt am Boden

Ein möglicherweise defekter Bordcomputer verhindert den Start der US-Raumfähre "Endeavour". Als neuen Starttermin hat die Nasa den 9. Februar angesetzt.
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Cape Canaveral - Der Computerfehler, der am Montag - zusammen mit schlechtem Wetter - einen Start des Space Shuttles unmöglich machte, ist offensichtlich schwerer als zunächst angenommen. Wie Nasa-Verantwortliche am Dienstagvormittag bekannt gaben, muss der Computer an Bord der "Endeavour" ausgewechselt werden.

Der Starttermin der Raumfähre, zunächst von Montag auf Dienstag 18.44 Uhr (MEZ) verschoben, verzögert sich damit weiter. Wie Nasa-Sprecher George Diller mitteilte, wird das Space Shuttle mit dem deutschen Astronauten Gerhard Thiele an Bord nicht vor dem 9. Februar abheben.

"Wir sind davon überzeugt, dass irgendwas mit dem Computer nicht in Ordnung ist", so Diller. Zuvor hatten Nasa-Ingenieure vergeblich versucht, den Fehler, der nur wenige Minuten vor dem geplanten Starttermin auftauchte, zu reproduzieren.

"Bevor wir nicht genau wissen, was am Montag schief gelaufen ist, werden wir nicht starten", erklärte Ron Dittemore, der bei der Nasa für das Space-Shuttle-Programm verantwortlich ist. "Wir können uns immer die Zeit nehmen, den Computer auszuwechseln."

Der so genannte "Master Events Controller" ist unter anderem dafür verantworltich, dass die beiden Feststoffraketen des Shuttles beim Start gezündet und später vom Orbiter getrennt werden. Zwar sind zwei derartige Controller an Bord, doch beide sind, so die Nasa, für einen ordnungsgemäßen Start notwendig.

Besonders große Sorgen bereitet der Nasa die Tatsache, dass die Computer mittlerweile wieder fehlerfrei zu funktionieren scheinen. "Manchmal passieren solche Dinge", sagt Dittemore. "Am meisten Angst macht uns dann, dass wir den Fehler möglicherweise nie finden und nicht verstehen werden."

Der neuerliche Computerfehler trifft eine Mission, die seit Monaten von Problemen geplagt wird. Bereits im Herbst 1999 sollte die "Endeavour" ins All starten, wurde dann aber, nachdem bei allen US-Raumfähren Schwierigkeiten mit der Verkabelung aufgetreten waren, für längere Zeit am Boden repariert.

Noch am Wochenende hatten Probleme mit Triebwerks-Dichtungen der Schwesterfähre "Discovery" den Start in Frage gestellt. Die Nasa wollte sicher gehen, dass diese Probleme nicht auch bei der "Endeavour" auftreten. Nach einer einwöchigen Untersuchung der Dichtungen kamen Nasa-Techniker schließlich zu dem Schluss, dass die Triebwerke des Raumschiffs sicher seien.