Delfine: Akustischer "Handschlag" - DER SPIEGEL
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Delfine Akustischer "Handschlag"

Treffen sich zwei Delfine in der Nordsee. Sagt der eine zum anderen: "Hallo". Wo die Pointe bleibt? Das ist kein Witz, sondern wissenschaftlich erwiesen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washinton/St. Andrews - Was Menschen können, können Delfine schon lange. Im Nordmeer grüßen sie sich mit passenden Flötentönen. Wie beim Homo sapiens kommt auf ein "Guten Tag" auch meist "Guten Tag" zurück, bei einem "Hallo" wird aber mit einem "Hallo" geantwortet.

Mit einem Unterwassermikrofon hat der britische Zoologe Vincent Janik von der Universität St. Andrews die Laute der weit verbreiteten Delfin-Gattung Großer Tümmler (Tursiops truncatus) aufgenommen hatte. Die Ergebnisse zeigten, dass die Großen Tümmler sehr oft innerhalb von drei Sekunden auf einen Ruf mit einem eigenen, sehr ähnlichen Ruf antworten, schreibt Janik im US-Fachjournal "Science". Dabei nahmen sie Kontakt bis zu einem Abstand von 580 Metern zueinander auf.

Die passenden Pfeiftöne könnten zur Bestätigung dienen, dass die Tümmler zum gleichen Familienverband gehören und auch die sozialen Bindungen festigen, schreiben die Forscher. Eine solche Kommunikation ähnele einem akustischen "Händeschütteln". Sie gelte als ein erster Schritt zur Entwicklung einer Sprache und sei bisher nur bei Menschen und Vögeln beobachtet worden.

Janik und seine Mitarbeiter nahmen die Pfeiftöne der Großen Tümmler im Moray Firth an der schottischen Ostküste mit drei paarweise angeordneten Unterwassermikrofonen auf. Sie verzichteten auf Boote oder Schwimmer, um die Tiere nicht zu stören. Aus den zeitlichen Abständen, mit denen die Töne jedes Mikrofon erreichten, konnten die Forscher die Position des rufenden Tieres bestimmen. Gleichzeitig wurde die Ähnlichkeit der Rufe auf einer Skala von eins bis fünf bewertet. Große Tümmler werden weltweit in Delfinarien gehalten und zunehmend gezüchtet.