Demenz: Einsamkeit verdoppelt Alzheimer-Risiko - DER SPIEGEL
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Demenz Einsamkeit verdoppelt Alzheimer-Risiko

Wer sich allein fühlt, wird schneller krank. Soziale Isolation kann sogar das Risiko für Alzheimer verdoppeln, wie eine aktuelle Studie ergab. Demnach nimmt das Erinnerungsvermögen von alten Menschen umso stärker ab, je einsamer sie sind.
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Der rüstige Senior, der noch weit jenseits der 80 körperlich und geistig fit ist, kommt zwar in der Werbung oft vor, in der Realität aber ziemlich selten. Viel häufiger leben alte Menschen zurückgezogen in ihren Wohnungen, die sie kaum noch verlassen. Sogar in Pflegeheimen fühlen sich Senioren häufig allein. Und das wirkt sich auf ihre Gesundheit aus. US-Forscher vom Rush University Medical Center in Chicago haben jetzt herausgefunden, dass alte Menschen umso häufiger an Alzheimer erkranken, je einsamer sie sich fühlen.

Wie die Mediziner um Robert S. Wilson in der Fachzeitschrift "Archives of General Psychiatry"  berichten, hatten sie vier Jahre lang 823 Senioren mit einem Durchschnittsalter von 80 Jahren untersucht. Die Probanden mussten anhand von Fragebögen auf einer Skala von eins bis fünf angeben, wie einsam sie sich fühlten. Zudem testeten die Ärzte das Erinnerungsvermögen, die Lernfähigkeit und das Denkvermögen ihrer Probanden.

Während des Untersuchungszeitraumes erkrankten 76 Senioren an Alzheimer. Nach den Ergebnissen der Forscher stieg die Gefahr, an Alzheimer zu erkranken, mit jedem Punkt auf der Einsamkeits-Skala um rund 50 Prozent. Senioren, die sich besonders allein fühlten - bei einem Skalawert von durchschnittlich 3,2 -, hatten ein doppelt so hohes Risiko für die Demenz wie Probanden mit einem Wert von durchschnittlich 1,4, schreiben die Forscher.

Die Mechanismen, wie Einsamkeit die Demenzerkrankung begünstigt, kennen die Ärzte nicht. Sie vermuten aber, dass sich die Vorgänge von den bislang bekannten Alzheimer-Mechanismen wie Ablagerung von Plaques unterscheiden. "Möglicherweise sind gewisse neuronale Systeme bei vereinsamten Menschen weniger ausgefeilt", schreiben die Autoren in ihrem Fachartikel, "und können dadurch auch weniger gut Aufgaben von Hirnregionen übernehmen, die von krankhaften Prozessen betroffen sind."

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