Ebola: Das Sterben geht weiter - DER SPIEGEL
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Ebola Das Sterben geht weiter

Fast jeden Tag erhöht sich die Zahl der Opfer in Uganda. Für 50 bis 80 Prozent der Erkrankten gibt es keine Rettung mehr.
Von Henryk Frackowiak
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kampala - Allein in den letzten 48 Stunden seien zwei weitere Menschen durch die Ebola-Epidemie gestorben, teilte ein offizieller Sprecher der ugandischen Regierung mit. Damit erhöhte sich die Anzahl der Opfer seit Ausbruch der Krankheit auf 73.

Auch die Neuinfektionen nehmen rapide zu. Seit Sonntag wurden 19 weitere Erkrankte identifiziert. Nunmehr seien 224 Ebola-Fälle bekannt, sagte Fancis Omaswa, Generaldirektor des ugandischen Gesundheitsdienstes.

Die durch das Ebola-Virus ausgelöste Krankheit trat Anfang Oktober in der Umgebung von Gulu im Norden Ugandas wieder auf. Auch in anderen Landesteilen wurden Patienten mit verdächtigen Symptomen in die Krankenhäuser eingeliefert, sie waren aber nicht an Ebola erkrankt.

Die Viruserkrankung, an der 50 bis 80 Prozent der Infizierten sterben, kommt nur in Afrika, und dort vor allem im Sudan und der Demokratischen Republik Kongo vor. Die jüngste Epidemie wurde vom so genannten Sudan-Stamm der Ebola-Viren ausgelöst. Dieser Stamm trat zuletzt 1979 am Fluss Ebola im Sudan in Erscheinung. In dieser Gegend befinden sich die Lager einer Rebellenorganisation, die vor 13 Jahren gegen die staatlichen Militärbasen in Gulu kämpfte. Es verhärtet sich der Verdacht, dass der infektiöse Stamm von den Rebellen nach Uganda eingeschleppt wurde.

Während einer Epidemie in Zaire 1976 wurde das Ebola-Virus erstmals öffentlich bekannt. Damals war es nicht möglich, den Erkrankten irgendwie zu helfen oder sie gar zu heilen. Die Erstinfektionsquelle des Erregers ist unbekannt. Auch heute gibt es keinerlei Mittel gegen diese Krankheit, eine Impfung existiert nicht. Ebola gilt als eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt und wird für alle, die in die gefährdeten Dschungelgebiete eindringen, zum unkalkulierbaren Risiko.

Tod durch inneres und äußeres Verbluten

Übertragen wird das Virus durch sehr engen Körperkontakt mit Infizierten und deren Körperflüssigkeiten. Bereits 4 bis 16 Tage nach der Infektion treten die ersten Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und Muskelschmerzen auf. Das Fieber löst starke innere und später auch äußere Blutungen aus, an denen die Erkrankten etwa am neunten Krankheitstag qualvoll zu Grunde gehen.

Von dem Moment an, wo die Beschwerden beginnen, können die Infizierten andere Menschen anstecken. Auch von den Toten geht noch für kurze Zeit eine extrem hohe Ansteckungsgefahr aus. Deswegen breitet sich die Epidemie meist über Krankenhäuser und Familienmitglieder aus, die mit der Pflege der Erkrankten zu tun hatten.

In Gulu wurden die ersten Ebola-Toten auf traditionelle Art beerdigt. Dazu gehört, dass Angehörige und Freunde als Zeichen der Verbundenheit den Verstorbenen in öffentlichen Wasserbehältnissen waschen. Dadurch infizierten sich in kurzer Zeit sehr viele Menschen. Öffentliche Beerdigungen sind von den Behörden in den betroffenen Gebieten seitdem verboten worden.

Henryk Frackowiak

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