Ebola: Todesseuche wütet weiter - DER SPIEGEL
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Ebola Todesseuche wütet weiter

Während sich die Ebola-Epidemie in Uganda ungebremst ausbreitet, geht den Hilfskräften langsam die Schutzkleidung aus. Das Nachbarland Kenia fürchtet unterdessen, das Virus könnte die Grenzen überschreiten.
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Kampala/Nairobi - Trotz eindringlicher Appelle ist es der Regierung in Uganda nicht gelungen, die Ausbreitung der tödlichen Ebola-Seuche in dem ostafrikanischen Land zu stoppen. Mindestens 39 Menschen seien dem Virus bislang zum Opfer gefallen.

Die Zahl der Infizierten sei auf 93 Personen gestiegen, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Kampala mit. Allein zwischen Dienstag und Mittwoch habe es 13 neue Fälle gegeben.

Unterdessen fehlt den Hilfskräften die notwendige Schutzkleidung. Am Mittwoch suchten Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden die Dörfer in der Umgebung der betroffenen Stadt Gulu auf, um nach weiteren Opfern der Virus-Erkrankung zu suchen. Sie trugen von den Streitkräften zur Verfügung gestellte Gummihandschuhe, schützende Gesichtsmasken gab es nicht mehr.

Einige Helfer hielten sich Tücher vor das Gesicht, andere arbeiteten ganz ohne Schutz. "Unsere Mission ist, die Menschen für Ebola zu sensibilisieren", sagte Tony Owot, der ein sechsköpfiges Team in Kabede Opong leitete.

Nach Zeitungsberichten sind auch südlich der betroffenen Stadt Gulu, 360 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kampala, Ebola-Fälle aufgetreten. Die Behörden schickten zusätzliche Ärzte in die Region. Drei Verwaltungsdistrikte wurden unter Quarantäne gestellt.

In Kenia wurde bezweifelt, ob es den Behörden tatsächlich gelingt, die Grenze zum Nachbarland wirksam abzuschotten. Der Radiosender Nation-FM meldete, am Dienstagabend sei ein Reisebus aus Uganda in Nairobi eingetroffen, ohne dass Ärzte die über 40 Insassen untersucht hätten.

Ein Sprecher der ugandischen Gesundheitsbehörde erklärte derweil, der Ausbruch sei zu einer Frau in Kabede Opong zurückverfolgt worden, die um den 7. September herum gestorben sei. Sie wurde nach der örtlichen Tradition bestattet: Die Angehörigen wuschen zuvor ihre Leiche. Die nächsten Ebola-Opfer waren nach offiziellen Angaben die Tochter und die Mutter der Toten.

Andere Trauernde kehrten in ihre Dörfer zurück und steckten Familienmitglieder und Nachbarn an. Am 7. Oktober kam dann das erste Opfer in ein Krankenhaus. Seitdem wurden Bestattungen verboten.

Mittlerweile landeten Seuchenexperten der Vereinten Nationen in Kampala. Auch Experten aus den USA sind auf den Weg nach Afrika. Japan, Italien, Irland und Deutschland sagten laut Rundfunkberichten finanzielle Hilfe zu.

Die Opfer des hochansteckenden Virus bluten in der Regel innerhalb 48 Stunden nach Ausbruch der Krankheit aus allen Körperöffnungen und sterben qualvoll. Es gibt weder eine Impfung noch ein Heilmittel.