Eingepudert Sturmexperten lassen Wolke verschwinden
Peter Cordani, Chef der Firma Dyn-O-Mat, kennt seinen Gegner genau: "Es ist die Feuchtigkeit, die einem Hurrikan seine Kraft verleiht." Und weil die Stärken der Stürme zugleich ihre Schwächen sind, hat der Unternehmer mit seinem Team ein Spezialpulver entwickelt, das Wolken austrocknet.
Wie das Fachmagazin "New Scientist" berichtet, verlief ein erster Großversuch erfolgreich. Bei dem eine Million Dollar teuren Experiment wurden vier Tonnen des Trockenpulvers von Militärflugzeugen aus in eine 1,6 Kilometer lange Wolke gestreut. Er habe danach Anrufe von einer Wetterstation und einem Nachrichtensender bekommen, erzählt Cordani. "Sie sagten, sie hätten die Wolke buchstäblich von den Radarschirmen verschwinden sehen."
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Das Polymerpulver mit dem Namen Dyn-O-Gel wirkt, indem es die Feuchtigkeit in den Wolken bindet. Jedes Korn kann das 2000fache seines eigenen Gewichts an Wasser aufnehmen. Vollgesogen verwandelt sich die Substanz in ein Gel und fällt zu Boden. Die Rückstände seien biologisch abbaubar und weder für die Umwelt noch für den Menschen schädlich, versichert Cordani.
Die Saugfähigkeit verdanken die Teilchen auch ihrer speziellen Form. "Wenn man sich ein Korn unter dem Mikroskop anschauen würde, sähe es ähnlich aus wie ein Cornflake", erklärt Cordani. Durch ihre unregelmäßige Gestalt fallen die Mini-Flocken nicht senkrecht, sondern mit Schaukelbewegungen durch die Wolken, so dass sie mehr Wasser aufnehmen können.
Sein Trockenpuder könnte in Zukunft Regenwolken auflösen, die Freiluftveranstaltungen oder Sportereignisse behindern, glaubt Cordani. Aber auch bei größeren Kalibern soll die Erfindung helfen: Sobald es die US-Regierung genehmigt, will die Firma den Wirkstoff an einem tropischen Sturm oder Hurrikan erproben.
"Bei einem riesigen Hurrikan würden wir nicht versuchen, den Sturm komplett aufzusaugen", so Cordani. "Wir können ihn aber aufbrechen, um so seine Kraft und sein zerstörerisches Potenzial zu vermindern." Natürlich soll sich das Wagnis lohnen: Der Firmenchef hofft, das Pulver nach erfolgreichen Tests an die US-Regierung verkaufen zu können.