Endeavour gelandet Mission erfolgreich
Cape Canaveral - Die sechs Astronauten, darunter auch der Deutsche Gerhard Thiele, hatten vor dem Wiedereintritt in die Atmosphäre noch eine zusätzliche Erdumrundung einlegen müssen, da die US-Raumfahrtbehörde NASA auf besseres Wetter in Florida wartete.
Während des Aufenthaltes im All wurden nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA 99,9 Prozent des für die Erfassung vorgesehenen Gebiets mit einem speziellen Radarsystem abgetastet, fast 120 Millionen Quadratkilometer. Aus den Daten soll eine dreidimensionale Weltkarte erstellt werden.
Die besten Bilder des Materials bleiben den amerikanischen Streitkräften vorbehalten: Das US-Verteidigungsministerium wird die Daten nutzen, um die Zielgenauigkeit seiner Raketen zu präzisieren und sowohl Luftwaffe als auch Heer bessere Karten zur Verfügung zu stellen.
Die Wissenschaft - zum Beispiel Archäologen und Geologen - sowie die zivile Luftfahrt und der Katastrophenschutz werden sich mit weniger hochauflösenden Karten zufrieden geben müssen. Aber selbst die werden, wie es heißt, besser als die derzeitigen sein.
Ein Teil des Radarsystems, ein Korrekturverfahren zur Koordinierung des Hauptradars mit einer kleineren Außenantenne, entwickelte das Zentrum für Sensorsysteme (ZESS) der Universität Siegen. Die Dornier Satellitensysteme GmbH in Friedrichshafen, eine Tochterfirme der Münchner DaimlerChrysler Aerospace, hat das so genannte X-SAR-Radarinstrument gebaut, das von der Raumfähre an einem Antennenmast ausgefahren wurde. Auch das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München war an der Endeavour-Mission beteiligt.
Die deutschen Experten bezeichneten die Mission als "überaus erfolgreich". Insgesamt seien zehn Terabyte Daten auf 300 Bändern aufgezeichnet worden, was ungefähr 20.000 CD-ROM entspreche. Die Aufnahmen zur Erdvermessung haben rund 234 Stunden gedauert.