Endeavour-Mission: Flügel an Bord - DER SPIEGEL
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Endeavour-Mission Flügel an Bord

Der Countdown für den Start der Raumfähre Endeavour läuft. Sie soll am Freitag starten und die Internationale Raumstation (ISS) mit einem riesigen Sonnensegel bestücken.
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Cape Canaveral - "Wenn sie ausgeklappt sind, erreichen die 600 Millionen Dollar teuren 'Flügel' eine Länge von 73 Metern und sind damit zweimal so lang wie die Endeavour. Das ist ein wenig mehr als die Flügelspannweite einer Boing 747", sagte Bob Cabana, als Nasa-Manager zuständig für die Internationale Raumstation.

"Würden die Sonnensegel auf der Erde eingesetzt, könnten sie die Energie für 30 Wohnungen produzieren", erklärte Cabana. Die Flügel sind mit Platten aus photoelektrischen Zellen bestückt, die Sonnenlicht permanent in elektrischen Strom umwandeln. "Die Besatzung dieser Mission führt das schwerste, größte und komplexeste Bauteil der Raumstation mit sich", sagte Ron Dittmore, Manager des Shuttle-Programms.

Der Start der Raumfähre mit ihrer fünfköpfigen Besatzung ist für Freitag 3.06 Uhr (MEZ) geplant. Meteorologen der US-Air Force sagten voraus, es werde mit 90-prozentiger Sicherheit einen klaren Himmel und schönes Wetter geben. Mit der Endeavour soll zum dritten Mal in drei Monaten eine Raumfähre ins All starten.

Die Crew der Endeavour traf am Montag auf dem Kennedy Space Center ein. Der Kommandeur der Raumfähre Brent Jett wird begleitet von Pilot Michael Bloomfield, dem kanadischen Astronauten Marc Garneau und den Raumfahrern Joseph Tanner und Carlos Noriega. Tanner und Noriega werden dreimal das SpaceShuttle verlassen, um die Sonnenflügel zu befestigen und die Stromleitungen mit der ISS zu verbinden. Die Flügel werden aufgerollt ins All gebracht und entfalten sich selbständig, wenn das Sonnensegel an der Raumstation angebracht ist.

Die Besatzung des ISS, die Russen Juri Gidzenko und Sergej Krikaliow, sowie der Amerikaner Bill Shepherd, können sich zur Zeit nur in zwei der drei Module aufhalten, da die Energie nicht ausreciht, um auch das dritte Modul zu beheizen. Wenn das Sonnensegel in Stellung gebracht ist, können die Kosmonauten auch die dritte Abteilung betreten. Im Januar soll ein Labormodul die ISS erreichen, auch dort kann dann gearbeitet werden.

Das Team der Endeavour wird die sechste Shuttle-Besatzung sein, die die Raumstation besucht. Allerdings ist sie die erste, die bereits von Kollegen auf der ISS erwartet wird. Shepard, Gidzenko und Krikaliow befinden sich seit Beginn des Monats in der Raumstation und werden in vier Monaten von einem anderen Team abgelöst.

Die beiden Crews werden während der Mission lediglich einen Tag miteinander verbringen. Die meiste Zeit soll dazu genutzt werden, Gegenstände, die auf der Raumstation nicht mehr benötigt werden, auf das Raumschiff zu verladen.

Die ISS ist ein 60 Milliarden Dollar teures Gemeinschaftsunternehmen zwischen der USA, Russland, Europa, Japan und Kanada. 2006 soll die Raumstation fertiggestellt sein. Dann wird dort genauso viel Lebensraum zu Verfügung stehen, wie in drei Einfamilienhäusern. Bei einem Blick auf den Nachthimmel wird die ISS dann als eines der größten Objekte sichtbar sein.

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