Endeavour-Start: Sonniges Akkordeon - DER SPIEGEL
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Endeavour-Start Sonniges Akkordeon

Sollte nicht wieder ein vergessener Bolzen dazwischen kommen, wird die Raumfähre Endeavour das größte und teuerste Sonnensegel der Welt ins All befördern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Cape Canaveral - Mit Spannung hat die Besatzung der Internationalen Raumstation am Donnerstag die Ankunft des größten Sonnensegels der Welt erwartet. Die 600 Millionen Dollar teuren Flügel sollen die Station mit dringend benötigtem Strom versorgen. Der Start der Raumfähre "Endeavour" war für den späten Donnerstagabend um 22.06 Uhr Ortszeit (Freitag 4.06 Uhr MEZ) geplant.

Die beiden gold-schimmernden Segel sind 73,15 Meter lang und 11,58 Meter breit. Damit sind sie länger als die Spannweite einer Boeing 777 und übertreffen sogar die Größe der Raumstation. Zunächst werden die Astronauten jedoch nur ein akkordeonförmig gefaltetes Paket in den Händen halten - das Auseinanderfalten und Anbringen des riesigen Tuchs wird die bislang schwierigste Aufgabe, seit Anfang November die erste permanente Crew die Station bezogen hat. Zwei der fünf "Endeavour"-Astronauten, die für den Einsatz mehr als drei Jahre trainiert haben, werden dafür die Raumstation verlassen.

Doch die Raumfahrer hoffen, dass der Anblick der mächtigen Segel sie für die Mühe entschädigen wird. Die Flügel werden das größte jemals vom Menschen im Weltall ausgesetzte Gerät sein und die Station zu einem der hellsten "Sterne" am Himmel machen. "Ich glaube, dass die Menschen die Internationale Raumstation plötzlich ganz anders wahrnehmen werden", sagte der kanadische Astronaut Marc Garneau. "Denn sie wird auf einmal viel, viel größer als jetzt schon aussehen."

Die Mission ist für die Astronauten nicht ganz ohne Risiko. Da bislang niemand das Ausmaß der statischen Elektrizität auf der Station einschätzen kann, befürchtet die amerikanische Raumfahrbehörde Nasa, dass einer der Astronauten bei dem Außeneinsatz einen elektrischen Schlag erleiden könnte. Deswegen wurden an der Station bereits Vorrichtungen zum Ausgleich der statischen Elektrizität angebracht. Insgesamt sind während der elftägigen Mission drei Außeneinsätze vorgesehen.

Lesen Sie morgen früh mehr über den Startversuch der Endeavour.

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