Endlich erkannt Schlank macht krank
Die Superschlanken werden leichter krank als die etwas Molligeren. "Es hat sich gezeigt, dass das Immunsystem bei sehr schlanken Menschen schwächer ist", sagt der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Hellmut Koch. Dadurch steige die Infektionsgefahr. Zudem seien die Dünnen oftmals leichter aus dem psychischen Gleichgewicht zu bringen.
Nach der Schlankheitswelle der siebziger und achtziger Jahre haben die Ärzte auch das "Normalgewicht" neu definiert. Während früher die Körpergröße in Zentimetern minus 100 als Normalgewicht galt, rechnen die Mediziner heute bei Männern zehn Prozent hinzu. "Ein Mann von 1,70 Meter Größe darf also etwa 77 Kilogramm wiegen", erläuterte Koch.
Bei Frauen sei es etwas weniger, hier gehe man von plus zwei bis drei Prozent aus. Über diese Faustregel hinaus legt nach Kochs Worten der vielerorts erhältliche so genannte Body-Mass-Index fest, welches Gewicht im Normbereich ist.
Der Mediziner warnte zugleich vor den Folgen von Übergewicht. Ab etwa zehn Prozent über dem Normalgewicht drohten Gesundheitsgefahren, darunter Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen. So steige die Zahl der Diabetes-II-Erkrankungen gleichzeitig mit der Zahl der Übergewichtigen in Deutschland ständig an. "Viele der Betroffenen könnten ohne Medikamente auskommen, wenn sie ihr Gewicht reduzieren würden", betonte Koch.