Entdeckung: Gen-Schalter gegen Fettsucht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Entdeckung Gen-Schalter gegen Fettsucht

Schlemmen ohne dick zu werden - diesem Traum sind amerikanische Forscher ein Stückchen näher gekommen: Mittels eines Gen-Schalters kann der Fettaufbau im Körper offenbar gesteuert werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Schalter entscheide, ob der Körper Fett speichert oder abbaut. Das Fetthormon Leptin könne ihn blockieren - und damit die Herstellung des Enzyms SCD-1 in der Leber stoppen. Da das Enzym nötig ist, um bestimmte Fettsäuren herzustellen, baue der Körper daraufhin weniger Fett auf, berichten amerikanische Wissenschaftler im US-Fachjournal "Science".

Bei Laborversuchen hatte das Team um Paul Cohen und Jeffrey Friedman von der Rockefeller University in New York genveränderte Mäuse untersucht. Die Forscher verglichen Tiere, die weder Leptin noch SCD-1 produzierten mit solchen, denen lediglich Leptin fehlte. Fazit: Obwohl die Mäuse gleichviel gefressen hatten, hatten die Tiere ohne SCD-1 und Leptin 40 Prozent weniger Fett im Körper als ihre Artgenossen ohne Leptin. Zugleich verbrannten sie auch mehr Fett.

"Der Appetitzügler Leptin verursacht eine Gewichtsabnahme, weil er zu verminderter Nahrungsaufnahme führt und den Energieverbrauch erhöht", kommentiert Cohen. Indem Leptin die Genaktivität von SCD-1 unterdrücke, rege es vermutlich auch noch eine biologische Kaskade an, die zur Fettverbrennung führe.

Es sei sowohl interessant als auch wichtig, dass ein Mangel an SCD-1 das Übergewicht reduziere, ohne einen Einfluss auf die Nahrungsaufnahme zu haben, so der Wissenschaftler. Die Entdeckung könne zu einer neuen Behandlung gegen starkes Übergewicht und gegen die so genannte Fettleber führen.