Erfolgsmeldung: Zwei neue Elemente entdeckt - DER SPIEGEL
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Erfolgsmeldung Zwei neue Elemente entdeckt

Ein russisch-amerikanisches Forscherteam hat nach eigenen Angaben zwei neue Elemente erzeugt. Wissenschaftler reagierten zunächst mit Skepsis. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich die Entdeckung neuer Elemente als Falschmeldung entpuppt.
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Sollte sich die Ankündigung als wahr erweisen, würden die Elemente mit den Ordnungszahlen 115 und 113 zu den schwersten gehören, die jemals erzeugt wurden. Das Team aus Forschern des Vereinigten Instituts für Kernforschung im russischen Dubna und des kalifornischen Lawrence Livermore National Laboratory beschoss Americium einen Monat lang mit einem Kalzium-Istotop. Durch die Fusion der Kerne sei das neue Element 115 entstanden, berichten sie in der Februarausgabe des Fachblattes "Physical Review C". Nach Sekundenbruchteilen sei es in das Element 113 zerfallen, das etwa eine Sekunde lang bestanden habe. Die Nummern der neuen Elemente gehen auf die Zahl der Protonen in ihrem Atomkern zurück.

Experten reagierten zunächst zurückhaltend, da sich Berichte über die Entdeckung von zwei neuen Elementen im Jahr 1999 als falsch erwiesen hatten. Chefredakteur Richard Casten, ein Physiker aus Yale, bezeichnete die in seiner Zeitschrift vorgestellte wissenschaftliche Arbeit dagegen als solide. Er habe Vertrauen in die Wissenschaftler. Der russische Physiker und Chefautor der Studie Juri Oganessian sei angesehen und sorgfältig.

Gemäß einer internationalen Konvention werden die neuen Elemente vorläufig nach ihren Ordnungszahlen 113 und 115 als Ununtrium (Abkürzung Uut im Periodensystem) und Ununpentium (Uup) bezeichnet. Bevor sie einen festen Namen bekommen können, muss ihre Erzeugung von anderen Laboren bestätigt und offiziell anerkannt werden - was Monate oder gar Jahre dauern kann.

Das jüngste offiziell anerkannte und noch namenlose Element trägt die Ordnungszahl 111 und wurde 1994 bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt erzeugt. Das ebenfalls 1994 erzeugte Element 110 wurde kürzlich Darmstadtium getauft. Zurzeit gibt es nach Auskunft der GSI Hinweise auf die Erzeugung der Elemente 112 bis 116 aus verschiedenen Laboren der Welt.

Erst 1999 hatte sich die angebliche Entdeckung zweier neuer Elemente nachträglich als gefälscht herausgestellt. Forscher aus den US-Staaten Kalifornien und Oregon hatten Blei mit Krypton-Ionen bombardiert und die Beobachtung von drei Atomen des Elements 118 gemeldet, das sofort zu Element 116 zerfallen sei. Vor zwei Jahren mussten die Wissenschaftler den Bericht allerdings zurückziehen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass ein Forscher am Lawrence Berkeley National Laboratory Daten gefälscht hatte.

Die Eigenschaften superschwerer Elemente gehen weit über die der 92 Elemente hinaus, die auf der Erde von Natur aus vorkommen. In größeren Mengen werden sie nach Meinung von Wissenschaftlern nur bei Supernovae erzeugt oder stammen noch aus der heißen Frühzeit des Universums. Angesichts der winzigen Mengen, in denen sie in irdischen Teilchenbeschleunigern entstehen, werden sie wahrscheinlich nie eine praktische Anwendung erfahren. Allerdings könnte die Forschung mit ihnen zu einer "Weltformel" beitragen, welche Quanten- und Relativitätstheorie vereint und das Verhalten jeder Form von Materie beschreiben könnte.

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