Erste Tests Ein Impfstoff gegen Nikotin
"TA-NIC" heißt das potenzielle Wundermittel, das Nikotin vor einem Vordringen ins Gehirn stoppen und damit eine mögliche Sucht unterbinden soll. Wie der britische Fernsehsender BBC in seiner Online-Ausgabe berichtet, hat die klinische Erprobung des Nikotin-Impfstoffes in Belgien begonnen. 60 Freiwillige wollen sich dem Test unterziehen, bei dem zunächst die Dosis des Impfstoffes auf den Prüfstand gestellt werden soll.
Zwar sind Nikotinpflaster oder -kaugummis seit langem in der Rauchentwöhnung im Einsatz, ein durchschlagender Erfolg war ihnen bislang aber nicht beschieden. Das könnte sich mit der Anti-Nikotin-Spritze möglicherweise ändern, wird damit doch ein völlig anderer Weg eingeschlagen.
Normalerweise geht Nikotin leicht vom Blut ins Gehirn über. Dort erzeugt der Stoff eine Reaktion, die abhängig nach Zigaretten macht. Genau hier setzt der mögliche Impfstoff an: Er regt die Immunabwehr derart an, dass der geimpfte Mensch Antikörper produziert, die an die Nikotinmoleküle andocken. Der süchtig machende Stoff kann die Barriere zwischen Blutbahn und Gehirn in der Folge auf Grund seiner Größe nicht mehr überschreiten.
Experten warnen allerdings davor, zu große Hoffnung in die jetzt beginnende Versuche zu setzen. Zunächst werde nur die Sicherheit des Stoffes getestet, seine Wirksamkeit steht noch nicht zu Debatte. Erst in fünf Jahren ist daher, so die Herstellerfirma Xenova, mit der Markteinführung zu rechnen - sollten die Tests positiv verlaufen.