Evolution: Großer Kamm und nichts dahinter - DER SPIEGEL
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Evolution Großer Kamm und nichts dahinter

Äußerlichkeiten haben einen entscheidenen Einfluß auf das Paarungsverhalten - das ist hinlänglich bekannt. Daß der auffallendste Kopfputz nicht unbedingt den Vogel mit den besten Genen schmückt, fanden jetzt Wissenschaftler heraus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit einem teuren Auto läßt sich Eindruck schinden. Signalisiert ein solches Statussymbol doch, daß Mann es im Leben zu etwas gebracht hat. Und nicht wenige Frauen erliegen den Reizen, die von den Nobelkarossen auszugehen scheinen. Auch beim Federvieh sind Blender überaus erfolgreich - aber nur wenn es um das weibliche Geschlecht geht.

Forscher von der Universität Groningen untersuchten drei Hühnerfamilien hinsichtlich ihrer Resistenz gegenüber Parasiten. Über jeweils 15 Generationen hatten sie die Tiere gezüchtet und so Hähne mit hoher, mittlerer und niedriger Widerstandskraft erhalten. Überraschenderweise hatten die Hähne mit dem größten Kamm das schlechteste Immunsystem, während diejenigen mit dem kleinsten Kopfschmuck über die besten Abwehrkräfte verfügten. Die Wissenschaftler vermuten, daß das Aufrechterhalten eines großen Kamms sehr viel Energie verbraucht - und die fehlt den Tieren dann bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Die Hennen fliegen trotzdem auf die "schönen" Gockel - sie wissen es eben nicht besser.