Expertenkonferenz: Bigfoot stinkt in Zeit und Raum - DER SPIEGEL
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Expertenkonferenz Bigfoot stinkt in Zeit und Raum

Bigfoot lebt - und stinkt, da sind sich die Experten, die sich jetzt im kanadischen Vancouver zur Affenmenschen-Konferenz trafen, einig. Einer der Mitorganisatoren kann diese Behauptung bestätigen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Vancouver - "Er roch nach einer Mischung aus Stinktier und faulen Eiern", berichtet John Kirk vom British Columbia Scientific Cryptozoology Club (BCSCC) über sein Treffen mit der amerikanischen Ausgabe des Himalaya-Yetis. Für ihn ist der legendäre Affenmensch allerdings kein "Bigfoot", sondern ein "Sasquatch", wie das Waldwesen im Indianerdialekt genannt wird. Schließlich habe Sasquatch nicht nur große Füße, so seine Begründung.

Neben Kirks Bericht gibt es auch zahllose Fußabdrücke, die die Existenz von Sasquatch bewiesen, behauptet der BCSCC. Alle Abdrücke haben nach ihren Angaben bestimmte charakteristische Merkmale, die nur den ernsthaften Forschern bekannt seien. Der Grund: Fälscher sollen so von der Produktion perfekter Sasquatch-Spuren abgehalten werden.

Außerdem gibt es noch einen legendären Film, der vor über 30 Jahren im nordkalifornischen Gebirge entstand. Auf den verwackelten Bildern ist ein haariges Wesen auf zwei Beinen zu sehen. Das sei ein Sasquatch, sagen die Fans. Das ist Unsinn, erklärte aber unlängst ein Zeuge der Dreharbeiten. Die Aufnahmen seien gestellt, und wer genau hinsehe, der entdecke auf dem Sasquatch-Körper den Reißverschluss eines Affenkostüms.

Den Spott der Zweifler ertragen die BCSCC-Streiter seit langem. Die Spötter seien schließlich nur Menschen "mit niedrigem Intelligenzquotienten", giftet Kirk. Er weist darauf hin, dass seine Organisation nicht zufällig das Wort "wissenschaftlich" im Titel führe. Und zur Wissenschaft der Fabelwesen, der "Cryptozoology" also, steuerte Kirk selbst schon sein Werk "Im Land der Seemonster" bei.

Im Internet stellt die BCSCC unter der Adresse www.ultranet.ca/bcscc  neben den neuesten Ergebnissen der Sasquatch-Forschung auch Wissenswertes über das Loch-Ness-Monster und die legendäre gigantische Seeschlange vor.

Sehr zum Bedauern der Hobby-Wissenschaftler gibt es unter den Sasquatch-Gläubigen aber auch Menschen, die alles andere als nüchterne Forscher sind. Diese radikale Minderheit bringt den Waldmenschen mit Außerirdischen in Verbindung.

Den finalen Beweis, einen gefangenen Affenmenschen, konnten weder die BCSCC noch andere Enthusiasten bisher präsentieren. Angeblich ist das Waldwesen extrem scheu und vorsichtig und entkam seinen Jägern deshalb immer wieder. Die Ufo-Jünger rund um das Self-Mastery Earth Institute im Bundesstaat Washington dagegen wissen es besser: Sasquatch habe ein perfektes Versteck: Er könne sich nämlich frei in Zeit und Raum bewegen.