Fettsucht: Hormonkur gegen Hunger - DER SPIEGEL
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Fettsucht Hormonkur gegen Hunger

Bei einer ersten Behandlung von depressiven Menschen hat sich gezeigt, dass eine hormonell bedingte Cortisol-Blockade Ängste löst und den Schlaf verbessert. Bei fettsüchtigen Menschen bewirkte ein hormoneller Eingriff, dass dem Körper vorgegaukelt wurde, er habe schon gegessen.
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Anlässlich des 10. Kongresses der Europäischen Gesellschaft für Neuroendokrinologie (ENEA) in München berichtete der Mediziner Florian Holsboer, dass im Kampf gegen Depression und Fettsucht verstärkt Hormon-Therapien zum Einsatz kämen. Bei der Entwicklung neuartiger Medikamente gegen Depressionen werde die Wirkung des Stresshormons Cortisol an seinen Rezeptoren blockiert. In den Studien zeigte sich eine erfolgsversprechende antidepressive Wirkung.

Im Kampf gegen die Fettsucht kamen neben dem satt machende Fettzellenhormon Leptin auch das Hunger-Hormon Ghrelin sowie weitere aus dem Verdauungstrakt stammende Hormone zum Einsatz. Laut dem Potsdamer Mediziner Matthias Tschöp senkte der Hormoneinsatz das Hungergefühl drastisch. Jedoch, so der Mediziner weiter, werde es noch drei bis fünf Jahre dauern, bis neuartige Medikamente auf Basis dieser Erkenntnisse in Studie gehen könnten.

Die Mediziner beklagten zugleich einen dramatischen Mangel an Endokrinologen in Deutschland. Patienten seien gezwungen, bis zu vier Monate auf einen Termin zu warten.