Fruchtbarkeit Spermien auf dem Küchentisch
Frauen, die ihre biologische Uhr ticken hören, und Männer, die sich um die Agilität ihrer Samenzellen sorgen, können womöglich bald ruhiger schlafen. Die Lösung der potenziellen Probleme ist zwar nicht in Sicht, die Diagnose allerdings könnte um einiges einfacher werden. Statt des lästigen Ganges zum Arzt mit peinlichen Fragen und vielsagenden Blicken der anderen Patienten soll die Fruchtbarkeit zukünftig auf dem heimischen Küchentisch überprüft werden.
Wissenschaftler der britischen University of Birmingham haben nach eigenen Angaben ein Testverfahren entwickelt, das die Fruchtbarkeit von Männern oder Frauen ganz ohne Arzt ermitteln kann. "Fertell", wie der Test von seinen Schöpfern genannt wurde, soll bereits im kommenden Jahr über die Theken europäischer Apotheken gehen.
Der zweiteilige Test, der jetzt auf einem Kongress von Reproduktionsmedizinern im schweizerischen Lausanne vorgestellt wurde, kann bereits nach 15 Minuten ein Ergebnis liefern. Hierzu wird bei Frauen der Urin nach einem follikelstimulierenden Hormon untersucht, das im Zusammenhang mit der Zahl der Eizellen in der Gebärmutter steht. Wird eine zu hohe Hormonkonzentration entdeckt, könnte die Fruchtbarkeit beeinträchtigt sein.
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Zur Beurteilung der männlichen Zeugungsfähigkeit ist eine Samenprobe nötig, die im Testgerät ähnliche Bedingungen vorfindet wie während der Befruchtung. Nach einer halben Stunde gibt ein roter Balken Auskunft darüber, ob die Spermien beweglich genug sind, um erfolgreich in eine Eizelle einzudringen. Für ein positives Urteil müssen die Samenzellen, so "BBC News Online", mindestens 0,7 Zentimeter zurücklegen.
Der Test, von seinem Erfinder Christopher Barratt als Weltpremiere gefeiert, hat im Labor bereits gute Erfolge gezeigt. Bei 170 männlichen und 243 weiblichen Probanden lag die Trefferwahrscheinlich bei 95 Prozent. Zwar könnten nicht alle Ursachen einer Unfruchtbarkeit erkannt werden, die meisten Fälle würden, so Barratt, allerdings abgedeckt.