Fußballforschung: Computer an die Seitenlinie! - DER SPIEGEL
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Fußballforschung Computer an die Seitenlinie!

Wenn es um Auswechselungen geht, haben Fußballtrainer nicht immer ein glückliches Händchen. Beim Spielertausch könnten daher, so meinen Mathematiker, künftig Computer assistieren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Manche Aufgaben eines Fußballtrainers würden Computer besser erledigen, glauben Mathematiker der britischen Lancaster University. Wie das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" in seiner Online-Ausgabe berichtet, deuten die vorläufigen Ergebnisse der beiden Forscher darauf hin, dass viele Rasenstrategen ihre Auswechselungen zu spät vornehmen.

Um den günstigsten Zeitpunkt für einen Spielerwechsel schätzen zu können, bildeten Mike Wright und Nobuyoshi Hirotsu ein Fußballspiel mit einem speziellen mathematischen Modell nach, einem so genannten Markov-Prozess. Auf diese Weise konnten sie die veränderte Wahrscheinlichkeit eines Tores nach einer Auswechselung oder einem Taktikwechsel errechnen.

Nach einer ersten Analyse von Partien der englischen Premier League kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die Trainer neue Spieler meist zu spät bringen. Oft geschah dies in den letzten 15 Minuten, doch den Berechnungen zufolge lag der ideale Zeitpunkt früher. Einen genauen Wert wollen die beiden Mathematiker beim derzeitigen Stand ihrer Forschungen noch nicht nennen.

Wright zufolge ist es jedoch denkbar, dass Computer künftig den Trainern assistieren könnten. Dabei müsste der Rechner zunächst mit Daten von vergangenen Partien gefüttert werden, um dann entsprechend der aktuellen Spielsituation den Zeitpunkt für eine Auswechselung oder eine Änderung der Taktik vorschlagen zu können.

Ziel der beiden Forscher ist es, die Auswirkungen von taktischen Veränderungen - etwa die Einwechselung eines Verteidigers für einen Stürmer - auf das Endergebnis zu bestimmen. Doch kein Vorhersagesystem ist absolut genau, warnt Wright. Beispielsweise könne ein Spieler auch einfach einmal einen schlechten Tag haben: "Es gibt immer wieder andere Dinge, die einen Einfluss haben können", sagt der Mathematiker.