Gen-Lebensmittel: Durchbruch beim Verbraucherschutz - DER SPIEGEL
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Gen-Lebensmittel Durchbruch beim Verbraucherschutz

Die Verhandlungen dauerten insgesamt hundert Stunden. Regierungen aus 135 Ländern haben sich überraschend auf ein Rahmenabkommen für den internationalen Handel mit gentechnisch veränderten Produkten geeinigt.
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Montreal - Das so genannte Biosafety-Protokoll soll Menschen und die Natur vor Schäden durch Lebensmittel, Saatgut, Tiere und Bakterien bewahren, die mit fremden Genen manipuliert wurden. Im Gegensatz zu den Bestimmungen der Welthandelsorganisation (WTO) erlaubt das neue Abkommen allen Importländern, genmanipulierte Produkte im Zweifelsfall abzulehnen, ohne einen wissenschaftlich lückenlosen Beweis für ihr Risiko erbracht zu haben. Es schreibt Exporteuren vor, Informationen über ihre gentechnologischen Produkte zentral zu veröffentlichen.

Umweltschützer befürchten, dass gentechnisch veränderte Organismen (GMO) heimische Arten auslöschen könnten. Gegner warnen auch vor Risiken für das menschliche Wohlergehen.

Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer, die für die deutsche Regierung an der Konferenz teilnahm, begrüßte das Ergebnis als "großen Fortschritt für den Schutz der Verbraucher und der Artenvielfalt". Als Erfolg wertete Fischer, dass das Biosafety-Protokoll gegen den Willen der USA nicht den Bestimmungen der Welthandelsorganisation (WTO) untergeordnet wird.

Auch die Brüsseler EU-Kommission lobte den Abschluss von Montreal. "Das ist ein historischer Augenblick ... für internationale Handels- und Umweltabkommen", erklärte EU-Umweltkommissarin Margot Wallström. Greenpeace-Koordinator Benedikt Härlin sprach von einem "entscheidenden Durchbruch". Die EU und die Entwicklungsländer hätten sich in wichtigen Punkten gegen die gentechnologisch führende Miami-Gruppe durchgesetzt. Ihr gehören neben den USA und Kanada vier weitere Länder mit großen Agrarexporten an: Argentinien, Australien, Chile und Uruguay.