Gentech Therapeutisches Klonen im Tierversuch erfolgreich
Frankfurt/Main - Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtete, haben Peter Mountford vom Biotech-Unternehmen Stem Cell Sciences und Megan Munsie von der Monash University in Viktoria Erbmaterial aus den Körperzellen von Mäusen entnommen und in eine entkernte Eizelle eingesetzt. Diese Eizellen ließen sie einige Tage bis zum Embryostadium der Blastozyste heranreifen, daraus entnahmen sie die embryonalen Stammzellen.
In der Kulturschale wuchsen gezielt "künstlich" ernährte Stammzellen zu Nerven- und Muskelzellen heran. Spritzten die Forscher markierte Stammzellen andererseits in Mäuseembryonen, so trugen diese zum Aufbau von Hirn, Leber, Lunge, Niere und anderen Organen bei. Auch in bereits ausgewachsenen Mäusen bildeten die Stammzellen sich zu verschiedenen Gewebetypen aus.
Das Verfahren gründet sich auf die Methode, mit der das Klon-Schaf Dolly entstanden war. Seither versuchten Forscher weltweit, nicht nur komplette Tiere, sondern auch einzelne Gewebe auf diese Weise zu züchten.
"Es gibt keinen Grund, warum das, was uns bei Mäusen gelungen ist, nicht auch beim Menschen gelingen sollte", ist Mountford der Ansicht. Noch sei die Ausbeute der Australier, so die "FAZ", aber unbefriedigend. Denn von 900 Mäuse-Eizellen überstanden nur etwas mehr als 40 Prozent das Einspritzen des Zellkerns Und nur drei davon, also 0,3 Prozent der verbrauchten Eizellen, erreichten das Stadium der Blastocyste, aus der dann die embryonalen Stammzellen gewonnen werden konnten.
Das als therapeutisches Klonen bezeichnete Verfahren verbessert wesentlich die Aussichten, Organe oder Teile davon herzustellen, die von der Körperabwehr nicht abgestoßen werden. Die Forscher hoffen, mit dem Verfahren später auch abgestorbene Gehirnzellen ersetzen zu können, etwa bei Alzheimer- oder Schlaganfall-Patienten. Die Ergebnisse sollen in dieser Woche von der Fachzeitschrift "Current Biology" veröffentlicht werden.
Aus embryonalen Stammzellen entstehen während der Embryonalentwicklung alle verschiedenen Gewebe des Körpers, da diese noch nicht spezifisch differenziert sind. Künstlich war der Schritt von der embryonalen Stammzelle zu solchen mit spezifischer Funktion auch im Tierversuch jedoch noch nicht gelungen. In Deutschland verbietet das Embryonenschutzgesetz die Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen.