Geologie: Trockener Mars - DER SPIEGEL
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Geologie Trockener Mars

Nach einer neuen Studie des australischen Geologen Nick Hoffmann stammen die riesigen Canyons auf dem Mars nicht von Wasser, sondern von eiskalten Gasströmen. Damit wäre auch "Leben" auf dem roten Planeten ausgeschlossen.
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London - Die Marsoberfläche wurde nach Ansicht Hoffmans von Strömen zerfressen, wie sie ähnlich aus Gas, Asche und Geröll manchmal bei Vulkanausbrüchen auf der Erde entstehen. Laut seinen Untersuchungen, die im britischen Fachmagazin "New Scientist" veröffentlicht wurden, setzten einst Brüche des instabilen Marsgeländes flüssiges Kohlendioxid (CO2) frei, das unter der Oberfläche verborgen war. Durch den rapiden Druckabfall verdampfte ein Teil davon, wobei sich Wolken aus CO2-Gas und sehr kaltem Trockeneis, aber auch Wassereis, Staub und Geröll bildeten. Diese Masse fegte dann bergab und grub die riesigen Kanäle - ganz ohne flüssiges Wasser. Falls der Wissenschaftler von der La Trobe Universität in Melbourne mit seiner Vermutung richtig liegt, war der Mars in den vergangenen 3,5 Milliarden Jahren kalt und trocken, und es gab wahrscheinlich auch keinerlei Leben.

Diese Theorie wird aber seitens anderer Forscher nur skeptisch aufgenommen. Jay Melosh von der Universität in Arizona sieht ein Problem darin, dass beim Verdampfen des Gases den Fluten buchstäblich die Luft ausginge und sie so unmöglich Kanäle solchen Ausmaßes verursachen könnten. Aaron Zent vom Ames Research Center der NASA in Moffet Field, Kalifornien, meldet ebenfalls Zweifel an. "Die Kanäle auf dem Mars enden in ausgedehnten Flächen, die eine Art Uferzone aufweisen. Solche extrem flachen Gebiete müssen durch Wasser geformt worden sein."

Hoffman kontert damit, dass solche Flächen sogar auf der Erde ganz ohne Wasser entstanden seien. Er fügt hinzu, dass gigantische Mengen Wasser für die 200 Kilometer breiten und mindestens 300 Meter tiefen Canyons benötigt würden. "Dafür gibt es aber gar nicht genügend Platz unter der Marsoberfläche. Doch ein Liter flüssiges Kohlendioxid gibt 250 Liter gasförmiges CO2, das die Strömungen vorantreiben kann."