Gesundheit: Jagd auf Depris - DER SPIEGEL
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Gesundheit Jagd auf Depris

New Yorker, die sich manchmal deprimiert fühlen, könnten demnächst als depressionsgefährdet in die Behandlung geschickt werden. Ärzte erproben nach SPIEGEL-Informationen gerade einen zweifelhaften Fragebogen, mit dem das Risiko der Depression erkannt werden soll.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Antworten auf neun Fragen nach der aktuellen Stimmung des Patienten taugen zwar noch nicht zur Diagnose einer Depression, geben aber laut dem offiziellen Organisator des Tests, Lloyd Sederer, Aufschluss über einen möglichen Behandlungsbedarf.

Mediziner Sederer empfiehlt Ärzten, den Test ebenso selbstverständlich zum Einsatz kommen zu lassen wie eine Blutdruckmessung. Gegen diesen Plan wehren sich Patientenorganisationen. Solche Tests könnten zu unnötiger Behandlung mit Psychopharmaka führen.

Die Befürworter des flächendeckenden Depressions-Screenings berufen sich auf Statistiken: Etwa 16 Prozent der US-Amerikaner sollen irgendwann in ihrem Leben depressiv sein. 44 Milliarden Dollar kostet die Depression die US-amerikanische Gesellschaft pro Jahr, das ist mehr als jede andere Krankheit.