Gewebeproben-Sammlung Gletschermann "Ötzi" wird aufgetaut
Bozen - Zwei Humangenetiker aus London und Rom wollen erneut versuchen, das Erbgut des Gletschermannes zu entschlüsseln. Damit wollen sie unter anderem dessen Herkunft klären. Bislang waren alle Versuche fehlgeschlagen, "Ötzis" DNA zu entschlüsseln.
Für die sogenannte Mikro-Obduktion wird die mumifizierte Leiche für einige Stunden um zehn Grad erwärmt. Während dieser Zeit wollen die Experten unter Leitung des Bozener Pathologen Prof. Eduard Egarter-Vigl mehrere Gewebeproben entnehmen.
"Ötzi" wird seit zwei Jahren in einem Kühllager im Archäologischen Museum von Bozen in Südtirol bei minus sechs Grad und 98 Prozent Luftfeuchtigkeit unter Gletscherbedingungen aufbewahrt. Die Leiche des zum Zeitpunkt seines Todes 46-Jährigen war vor neun Jahren am Gletscher Schnalstal in Südtirol gefunden worden.