Gigantischer Stausee Satellit porträtiert Drei-Schluchten-Damm
Der zwei Kilometer lange Betonwall ragt 190 Meter empor. Wenn er den Jangtse auf die Zielhöhe von 175 Metern aufgestaut hat, soll der Drei-Schluchten-Damm mehr Strom erzeugen als ein Dutzend Atomkraftwerke - und einen 600 Kilometer langen See aus 40 Milliarden Kubikmetern Wasser zurückhalten.
Nicht wenige halten das Projekt der chinesischen Regierung, für das 1,5 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssen, für schieren Größenwahn. Tatsächlich lassen sich die Ausmaße des Bollwerks auf der Erde nur erahnen. Wie die erste chinesische Mauer ist auch die zweite am besten aus dem Weltall zu erfassen.
Der Satellit Proba hat nun einen ersten Blick auf den Drei-Schluchten-Damm geworfen. Das Foto des Kundschafters, der von der Europäischen Weltraumagentur Esa vor zwei Jahren zur Demonstration neuer Technologien in den Orbit geschossen wurde, entstand am 30. Juli - zwei Monate nach dem Schließen der Schleusentore.
Auf dem Satellitenbild ist deutlich zu erkennen, wie flussaufwärts das steigende, von aufgewirbelten Sedimenten braun gefärbte Wasser das Land überschwemmt. Ein Teil des aufgestauten Wassers wird flussabwärts wieder in den Jangtse entlassen - an diesen Stellen erscheint der schäumende Strom auf dem Satellitenfoto weiß.
Umweltschützer haben den Riesendamm heftig kritisiert: Die Fluten verschlingen nicht nur zahlreiche historische Stätten, in dem Stausee könnten sich auch Schadstoffe aus überspülten Quecksilbervorkommen und aus versunkenen Gebäuden sammeln. Manche halten auch das Risiko eines Dammbruchs durch ein Erdbeben für zu groß: Eine solche Katastrophe würde Hunderttausenden das Leben kosten.