Glossar Keimbahntherapie
Zielen genetische Veränderungen nicht auf normale Körperzellen ab, sondern direkt auf die Spermien beziehungsweise die weiblichen Eizellen, sprechen Mediziner von einer Keimbahntherapie. Wunsch ist es, genetische Defekte nicht erst während der Schwangerschaft zu entdecken oder beim geborenen Menschen zu therapieren, sondern diese von Anfang an auszuschließen - schon beim Befruchten der Eizelle.
Verläuft der Eingriff in die Keimbahn erfolgreich, weisen alle Zellen der Nachfahren diese Veränderungen auf; zudem können die genetischen Eingriffe auch in die nächste Generation vererbt werden. Die Selektion und die Produktion von Menschen wäre, so befürchten Kritiker, nicht mehr zu stoppen.
Die Keimbahntherapie ist in Deutschland - wie in vielen anderen Ländern auch - gesetzlich verboten. Experten streiten aber, ob die in den USA praktizierte Injektion von zusätzlichem Zellplasma in die befruchteten Eizellen junger Frauen bereits unter das Verbot der Keimbahntherapie fällt. Bei der neuen Methode können fremde Zellkraftwerke, die so genannten Mitochondrien, in die Eizelle gelangen. Mitochondrien erhalten allerdings Erbinformationen, die auf diesem Weg an mögliche Nachkommen übertragen werden können.
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