Glossar: Nidation - DER SPIEGEL
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Glossar Nidation

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eine Frage beschäftigt Biologen, Ethiker und Politiker seit langem: Wann wird der Mensch zum Menschen? Während vielfach der Zeitpunkt der Befruchtung als grundlegend angesehen wird, betrachten andere Experten die Entwicklung eines Bewusstseins oder die Lebensfähigkeit außerhalb des Mutterleibes als bestimmendes Datum. Oftmals wird auch die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter angeführt, die so genannte Nidation.

Mit der Nidation - einem Prozess, der in der Regel zwischen dem fünften und achten Tag nach der Befruchtung einsetzt - geht der Embryo erstmals eine direkte Verbindung zur Mutter ein. Diese Abhängigkeit erlaubt es dem Embryo, sich zu einem lebensfähigen Menschen zu entwickeln.

Kritiker dieser Art von Abgrenzung führen allerdings an, dass die Nidation keine Zäsur, sondern einen graduellen Prozess darstellt. Schon vorher werde das befruchtete Ei von der Mutter ernährt. Gleichzeitig bleibe die genetische Information im Embryo auch nach der Einnistung unverändert.

Und noch ein Problem tritt bei der Orientierung an der Nidation auf. Bis zum 14. Tag nach der Empfängnis dürfen in Deutschland nidationshemmende Verhütungsmittel - insbesondere die Spirale - eingesetzt werden. Wenn auf der einen Seite die Einnistung von Embryonen mit Billigung des Gesetzgebers verhindert, andererseits aber keine Forschung zugelassen wird, erscheint das vielen Wissenschaftlern als widersprüchlich.

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