Hintergrund BSE-Schnelltests an Rindern
Für die Untersuchungen von Schlachtkühen auf die Rinderseuche BSE kommen derzeit drei Testverfahren in Frage. Sie stammen von den Firmen Prionics (Schweiz), Bio-Rad (Frankreich) und Enfer (Irland).
In Deutschland haben bislang nur die beiden Hersteller Prionics und Bio-Rad die amtliche Zulassung nach dem Tierseuchengesetz beantragt. Zuständig ist dafür das nationale Referenzzentrum für BSE-Diagnostik an der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Tübingen. Beide Tests werden in Deutschland bereits angewandt.
Nach Angaben der Forschungsanstalt beruhen die Verfahren auf dem immuno-chemischen Nachweis krankhaft veränderter Eiweiße (Prionen) und sind innerhalb von sechs bis acht Stunden durchführbar. Allerdings können die Tests lediglich an Gewebeproben aus dem Gehirn infizierter Rinder nach dem Tod der Tiere vorgenommen werden. Für die Untersuchungen anderer Gewebe wie Muskelfleisch oder auch Blut sind diese Verfahren nicht geeignet.
Beide Verfahren wurden in einem EU-weiten Versuch geprüft und waren nach Angaben der Tübinger Forscher bei 1400 Proben in der Lage, Gehirngewebe von BSE-erkrankten Tieren von dem BSE-freier Tiere zu unterscheiden. Diese Untersuchung umfasste allerdings keine Proben von Tieren in der Inkubationszeit - das ist die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit.
Noch liegen allerdings keine gesicherten Erkenntnisse darüber vor, von welchem Zeitpunkt der im Durchschnitt fünf Jahre dauernden Inkubationszeit infizierte Tiere mit Sicherheit erkannt werden könnten. Daraus folgt: Auch Proben mit negativem Testergebnis können nicht garantieren, dass die Tiere tatsächlich BSE-frei sind.
Zwar können mit den von der EU geplanten flächendeckenden Tests älterer Tiere Hinweise auf die Ausbreitung von BSE in Deutschland gewonnen werden. Gerade jüngere Schlachttiere könnten jedoch BSE-Erreger unter der heute nachweisbaren Menge in sich tragen.