Homo Sapiens: Es begann in Afrika - DER SPIEGEL
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Homo Sapiens Es begann in Afrika

Out of Africa: Die Theorie, dass alle Vorfahren des heutigen Menschen vom schwarzen Kontinent kommen, hat neue Nahrung bekommen.
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London/Leipzig - Erst vor rund 52.000 Jahren verließen die Ahnen des heutigen modernen Menschen ihre afrikanische Heimat und breiteten sich weltweit aus. Alle älteren Menschenformen, die bereits vor dieser Zeit Afrika verließen und als fossile Reste in verschiedenen Teilen der Welt nachweisbar sind, starben jüngsten Genanalysen zufolge wieder aus. Sie haben nicht einmal durch Vermischung ihr Erbgut bis in die heutige Zeit erhalten können.

Zu diesem Ergebnis kommt ein schwedisch-deutsches Team, zu dem auch die Arbeitsgruppe von Svante Pääbo am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig gehört. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse im britischen Fachjournal "Nature" vom Donnerstag vor.

Nach der neuen Untersuchung, die 53 unterschiedliche ethnische Gruppen umfasst, bildet die moderne Weltbevölkerung eine sehr junge, einheitliche Gruppe, die innerhalb kürzester Zeit die Erde besiedelte.

Die Wissenschaftler untersuchten erstmals das gesamte, 16.500 Bausteine lange Erbgut in den Mitochondrien, den Kraftwerken menschlicher Zellen. In allen vorangegangenen Untersuchungen dieser Art waren immer nur Bruchteile des Mitochondrien-Erbguts analysiert worden. Die Ergebnisse wurden entsprechen kritisiert und angezweifelt.

"Wir hatten die Idee, dass sich die Mühe lohnen könnte, erstmals das gesamte Erbgut in den Mitochondrien und nicht nur Bruchteile zu untersuchen", sagte Henrik Caessmann, Assistent in der Arbeitsgruppe von Svante Pääbo. "Das Ergebnis hat uns Recht gegeben". Da Mitochondrien nur von der Mutter auf das Kind übertragen wird, verändert sich das Erbgut bei der Fortpflanzung nicht.

Fest stünde, so die Forscher, dass der hellhäutige Mensch von dunkelhäutigen Vorfahren abstamme. "Doch noch ist nicht geklärt, in welchen zeitlichen Abläufen die einzelnen Menschenrassen entstanden sind", sagte Caessmann. Es könne in relativ kurzer Zeit geschehen sein, in denen sich die Individuen ihren neuen äußeren Bedingungen angepasst haben. Doch das müsse noch genauer erforscht werden.

Erst Anfang dieser Woche hatten kenianische und französische Paläontologen im Rift Valley (Kenia) sechs Millionen Jahre alte Skelettteile ausgegraben, die die Evolutionsgeschichte revolutionieren könnten. Dies bestätigte die Ko-Leiterin der Expeditionsgruppe des College de France in Paris, Brigitte Senut. Die Funde des so genannten "Millennium-Menschen" seien "außergewöhnlich", weil sie die Trennung zwischen Menschenaffen und Menschen rund zwei Millionen Jahre weiter als bisher vermutet zurückdatierten.