Immunisierung: Impfstoff gegen Ebola entdeckt? - DER SPIEGEL
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Immunisierung Impfstoff gegen Ebola entdeckt?

Wissenschaftler verzeichnen erste Erfolge bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen die lebensgefährlichen Marburg- und Ebola-Viren. Im Tierversuch sind Immunisierungen bereits gelungen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Marburg - Wann der Impfstoff für Menschen zur Verfügung stehe, sei aber noch unklar, sagt Professor Hans-Dieter Klenk, Direktor des Zentrums für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Universität Marburg. Die Frage, wem erstmals ein solches Serum verabreicht werden solle, stelle ebenfalls ein Problem dar. In Frage kämen in erster Linie Ärzte und Pflegepersonal in Zentralafrika. Dort brechen immer wieder Marburg- und Ebola-Epidemien aus.

Auch neue Diagnosemethoden erleichterten heute die Bekämpfung der Filoviren, zu deren Gattung sowohl die Marburg- als auch die Ebola-Erreger gehören. "Die Viren können im Labor schneller und zuverlässiger als früher nachgewiesen werden", sagt der Mikrobiologe. Infektionen mit den beiden Viren seien relativ selten. Bislang erkrankten seit den ersten Infektionen vor dreißig Jahren weltweit etwa 1000 Menschen an den Erregern. Es gebe wahrscheinlich jedoch eine hohe Dunkelziffer.

Die Infektionen verlaufen, so Klenk, bei bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich. Dabei leiden die Erkrankten unter hohem Fieber und inneren Blutungen. "Warum die Viren Blutungen hervorrufen, ist noch nicht geklärt", erklärt Klenk.

Die Ansteckung mit Ebola- und Marburg-Viren erfolgt in der Regel über intensiven Körperkontakt - beim Geschlechtsverkehr oder beim Austausch von Speichel oder Blut. Der Viren stammen ursprünglich von Tieren wie der Grünen Meerkatze, einer Affenart. Es sei aber auch möglich, sagt der Mikrobiologe, sich über die Nahrungskette - beispielsweise bei der Zubereitung von Fleisch - zu infizieren.