Importiert: Stammt BSE aus Afrika? - DER SPIEGEL
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Importiert Stammt BSE aus Afrika?

Eine neue Theorie über den Ursprung des Rinderwahns erregt in Großbritannien Aufsehen: Demnach geht der Ausbruch im Königreich auf eine importierte afrikanische Antilope zurück.
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Die unheimliche Krankheit hat ihren Ursprung in einem britischen Safari-Park, glauben neuseeländische Forscher. Eine in den siebziger Jahren aus Afrika eingeführte Antilope, so die Theorie, könnte der Überträger gewesen sein. Die Region, in der BSE zuerst ausbrach, sei genau das Gebiet, in dem damals die ersten Safari-Parks errichtet wurden, erklärte der Epidemiologe Roger Morris von der neuseeländischen Massey University.

Morris und seine Kollegen vermuten, dass Gehirne und Organe von importierten Antilopen nach ihrem Tod zwischen 1975 und 1977 an Kühe im Südwesten Englands verfüttert wurden. Die Wissenschaftler bereiten gerade Veröffentlichungen vor, die unter anderem belegen sollen, dass afrikanische Antilopen an einer Form von BSE erkranken können. Bisher vermutete man, dass der Ausbruch des Rinderwahns in Großbritannien auf die ähnliche Scrapie-Krankheit bei Schafen oder eine genetische Mutation in einer einzelnen Kuh zurückgeht.

Andere Fachleute halten die Erklärung der neuseeländischen Forscher durchaus für glaubwürdig. "Attraktiv an der Theorie ist, dass sie sich zumindest im Prinzip beweisen ließe", sagte der BSE-Experte Hugh Pennington von der Aberdeen University in Schottland. "Wenn man in Afrika eine erkrankte Antilope findet, könnte man Proben nehmen und sie mit BSE und ähnlichen Krankheiten vergleichen." Allerdings wissen Morris und sein Team bislang noch nicht, um welche Spezies es sich handeln könnte.

BSE steht unter Verdacht, eine neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) beim Menschen hervorzurufen. An vCJK sind nach den letzten Zahlen in Großbritannien bereits 90 Patienten gestorben. Aufschlüsse über den Ursprung von BSE können zwar nicht helfen, eine weitere Ausbreitung von vCJK einzudämmen. Experten hoffen jedoch, mit zusätzlichen Informationen über die Übertragungswege künftige Ausbrüche der Krankheit vermeiden zu können.