Indien: Ganges in Gefahr - DER SPIEGEL
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Indien Ganges in Gefahr

Mit einer Hiobsbotschaft platzen Forscher in das gigantische Pilgerfest am Ganges: Statt im heiligen Fluss zu baden, könnten Millionen Hindus bald auf dem Trockenen sitzen.
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Neu Delhi - Das Abschmelzen der Eiskuppen im Himalaya könnte dramatische Folgen für den Ganges haben, warnten Gletscherforscher mitten auf dem Höhepunkt des Pilgerfestes Kumbh Mela . "Der alarmierende Rückgang des Gangotri-Gletschers könnte in einigen Jahren die Lage des Flusses verändern", zitierte die indische Presse-Agentur UNI aus einer Mitteilung des Gangotri-Schutzprojekts.

Der Gletscher sei seit 1930 bereits von 25 auf 20 Kilometer Länge geschrumpft, erklärte der Wissenschaftler Syed Iqbal Hasnein. Die Experten machten die globale Klimaerwärmung, aber auch örtliche Umwelteinflüsse wie das Abholzen der Bergregionen für die Gletscherschmelze verantwortlich.

Flüsse wie der Ganges werden nur zum Teil durch die Niederschläge während des Monsuns gespeist. Während der heißen und trockenen Monate im Frühjahr und im Herbst kommt ihr Wasser auch von Gletschern, die dann teilweise abtauen. Bereits vor zwei Jahren hatte Hasnein darauf hingewiesen, dass Gletscher wie der Gangotri im Winter weniger wachsen, als sie im Sommer schrumpfen.

Seit mindestens 1300 Jahren kommen Pilger alle zwölf Jahre zum Ganges in Allahabad, um sich während der Kumbh Mela durch ein Bad von Sünden zu reinigen. In diesem Jahr erwarten die Organisatoren während der sechswöchigen Kumbh mehr als 30 Millionen Gläubige.