Internationale Raumstation: Unter Strom - DER SPIEGEL
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Internationale Raumstation Unter Strom

Trotz eines losen Flügels liefern die Solarzellen der Internationalen Raumstation wie gewünscht Strom. Zuvor mussten allerdings einige Probleme überwunden werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?





Cape Canaveral - Nach einer Serie von Pannen ist es den Astronauten der amerikanischen Raumfähre Endeavour gelungen, die Solarstromanlage der Raumstation ISS zu installieren. Nach Angaben der Raumfahrtbehörde Nasa spannen sich seit Montagabend die beiden Flügel mit ihren Tausenden von Solarzellen 72 Meter weit ins All.

Der Strom, den die Zellen aus dem Sonnenlicht herstellen, würde auf der Erde für 30 Einfamilienhäuser reichen. Die Flügel waren wie eine Ziehharmonika gefaltet über neun Monate lang im Kennedy Space Center eingelagert gewesen. Beim Entfalten zeigte sich, dass sich einige Solartafeln verklebt hatten.

Wie die Nasa mitteilte, gelang es Shuttle-Kommandant Brent Jett unter großer Anspannung mit Hilfe des Ein-Aus-Schalters die verklebten Solartafeln loszurütteln. Das gesamte Manöver dauerte fast zwei Stunden. Eigentlich hätten sich die Flügel innerhalb von 13 Minuten automatisch entfalten sollen.

Schon bevor das blau und golden schimmernde Segel sein volle Länge von 35 Meter erreicht hatte, lieferte es Energie. Mit Erleichterung registrierte die Nasa, dass der zweite Flügel sich wie vorgesehen spannte.

Am Sonntag hatte sich das erste der beiden Sonnensegel zur Energieversorgung der ISS zwar entfaltet, ihm fehlt aber noch immer die nötige Spannung. Um ein ähnliches Problem beim zweiten Flügel zu vermeiden, gingen die Astronauten bei ihrer Arbeit langsamer vor. Die Nasa suchte am Dienstag noch immer nach Möglichkeiten, das andere Segel zu straffen.

Die beiden Astronauten Carlos Noriega und Joe Tanner, die bereits den Halteturm für die Flügel nur unter Problemen für die Montage vorbereiten konnten, standen am Montagabend bereit, um beim Ausbreiten der Segel falls nötig von Hand nachhelfen zu können. Doch mussten sie in die Luftschleuse zurückkehren, weil Noriega der Nasa zufolge plötzlich Augenprobleme bekam.

Der nächste reguläre Ausflug der Astronauten ins All ist am Dienstag geplant. Tanner und Noriega sollen dabei eine Kommunikationsantenne installieren und das für Freitag vorgesehene Treffen mit der ISS-Langzeitbesatzung technisch vorbereiten.

Am Freitag wollen die Endeavour-Astronauten schließlich die Langzeitbesatzung an Bord der ISS besuchen. Dabei spielen die Besucher für ihre Kollegen Bill Shepherd, Juri Gidsenko und Sergej Krikaljow den Weihnachtsmann, bringen sie doch von der Erde einen Sack mit Geschenken mit. Am 11. Dezember wird die Endeavour, so die bisherigen Pläne der Nasa, wieder auf der Erde landen.

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