ISS: "Destiny" montiert - DER SPIEGEL
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ISS "Destiny" montiert

Die Internationale Raumstation "ISS" wächst. Die Mannschaft der US-Raumfähre "Atlantis" hat die ersten Verbindungen zwischen dem künstlichen Erdtrabanten und dem Forschungslabor "Destiny" hergestellt.
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Cape Canaveral - Die Astronautin Marsha Ivins hob das 1,4 Milliarden Dollar teure Labor mit einem Roboterarm aus dem Frachtraum der "Atlantis". Die Astronauten Tom Jones und Bob Curbeam waren während eines Ausstiegs in den Weltraum die "Augen" für ihre Kollegin, da sie bei dem Einsatz nichts sehen könnte.

Ivins musste sich auf die Regieanweisungen von Jones und Curbeam verlassen. Beim Herausheben aus dem Frachtraum gab es nur fünf Zentimeter Abstand zum Labor, für das es im Fall einer Beschädigung keinen Ersatz gibt. Auf zwei weiteren Außeneinsätzen soll die Arbeit an fortgesetzt werden.

Die "Destiny" wird gleichzeitig als Forschungslabor und als neues Nervenzentrum der Station dienen. Die superschnellen Rechner an Bord ermöglichen der NASA eine deutlich verbesserte Kommunikation sowie mehr Kontrolle über die täglichen Operationen an Bord, die bisher vor allem von der russischen Raumfahrtbehörde gesteuert wurden. Die Computer erlauben es der NASA außerdem erstmals, vier riesige im vergangenen Herbst installierte Gyroskope zu steuern, die die Raumstation auf Kurs halten.

Atlantis hatte am Freitag an der ISS angedockt. Für die dreiköpfige Langzeitbesatzung an Bord der Station ist es der erste Besuch in diesem Jahr. Das Andockmanöver erfolgte pünktlich zum 100-tägigen Dienstjubiläum der Crew. Die fünf Shuttle-Astronauten brachten der ISS-Besatzung neben dem Labor, das ihnen einen vierten Raum bietet, auch einige persönliche Mitbringsel. So hatten sie Briefe sowie mehrere DVD-Videofilme im Gepäck, darunter den Thriller um die Kuba-Krise "Thirteen Days" mit Kevin Costner.

Die derzeitige Besatzung der ISS, US-Kommandant Bill Shepherd und die russischen Kosmonauten Juri Gidsenko und Sergej Krikaljow, haben als Monteure und Möbelpacker den Außenposten der Menschheit im All für die nächsten Jahre einsatzbereit gemacht. Nach Angaben der russischen Flugleitzentrale liegt alles "voll im Plan". Die Raumstation kostete bislang 60 Milliarden Dollar und ist ein Gemeinschaftsprojekt von 16 Nationen, darunter auch Deutschland.

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