ISS "Houston, bitte langsamer!"
Moskau/Köln - Shepherd und seine russischen Kollegen Juri Gidsenko und Sergej Krikaljow leisteten an ihrem zweiten Tag in der Station harte Arbeit. Unter anderem testeten sie erstmals den in Deutschland konstruierten Bordcomputer.
Für einen Schwatz mit der Bodenstation per Funk hatten die Raumfahrer deshalb keine Zeit. "Ihnen ist jetzt nicht nach Gefühlen, sie haben viel zu tun", sagte ein Sprecher des russischen Flugleitzentrums. Die Raumfahrer montierten einen Kompressor im Nutzlast-Modul "Sarja" (Morgenröte) und testeten viele Bordsysteme. Auch an der Luftversorgung wurde weiter gearbeitet.
In der Anfangsphase des auf vier Monate geplanten Aufenthalts gehe es um das Aufspüren von "Kinderkrankheiten" der neuen Raumstation, sagte Reinhold Ewald, Astronaut der Europäischen Raumfahrtorganisation Esa. "Mit der Besatzung an Bord können prekäre Situationen viel besser bewältigt werden."
Kein Gedenken an die Revolution
Insgesamt müssen die Raumfahrer mehrere Tonnen Gerät an ihren Ort schaffen und anschließen. Das geplante Tempo sei "ziemlich ehrgeizig", kritisierte Shepherd einem Bericht der Fernsehgesellschaft CBS zufolge. Er habe die amerikanische Bodenkontrolle in Houston (Texas) daher gebeten, die russischen Partner zu einer langsameren Gangart aufzufordern.
"Der Essen-Wärmer sollte in 30 Minuten angeschlossen werden, und wir brauchten eineinhalb Tage, bis wir herausfanden, wie man ihn anstellt", sagte Shepherd. Die Flugleitzentrale kündigte für Sonntag einen Ruhetag an. Am Dienstag, an dem in Russland traditionell der Oktoberrevolution 1917 gedacht wird, solle aber gearbeitet werden.