Jerusalem: Steinbruch des Herodes-Tempels entdeckt - DER SPIEGEL
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Jerusalem Steinbruch des Herodes-Tempels entdeckt

Erst vor wenigen Wochen wurde das Grab des Herodes entdeckt. Jetzt melden Archäologen den nächsten spektakulären Fund im Zusammenhang mit dem schillernden Herrscher: In Jerusalem stießen sie auf einen Steinbruch, aus dem das Material für den Herodes-Tempel stammen soll.
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Jerusalem - Vor rund 2000 Jahren entstand in Jerusalem der Tempel von Herodes dem Großen. Um das Jahr 20 vor Christus begannen die Arbeiten an dem gewaltigen Bauwerk, das zum religiösen Zentrum des damaligen Israels werden sollte. Jetzt glauben Archäologen den Steinbruch gefunden zu haben, aus dem die zu acht Meter langen Quader für den Tempel stammen sollen.

Man sei vor zwei Monaten bei Routine-Erkundungen im Vorfeld von Bauarbeiten auf den Kalksteinbruch gestoßen, sagte Juwal Baruch, stellvertretender Leiter der israelischen Antikenbehörde. Er sprach von einer "sensationellen Entdeckung". Größe, Farbe und Qualität der Steine stimmten mit der Klagemauer überein, dem letzten Überrest des 70 nach Christus durch die Römer zerstörten Herodes-Tempels am heutigen Tempelberg. Außerdem seien Werkzeuge und Münzen aus der Zeit von König Herodes an dem drei bis vier Kilometer vom einstigen Tempel entfernten Fundort entdeckt worden.

Nach Angaben der Antikenbehörde wurden die Steine mit Hilfe von Ochsen zum Bauplatz gezogen. Einige der im Steinbruch gefundenen Quader ähnelten denen im unteren Bereich des Tempelbergs, dem Standort zweier biblischer jüdischer Tempel. König Salomon soll vor etwa 3000 Jahren den ersten Tempel in Jerusalem errichtet haben. Um die Zeitenwende ließ Herodes der Große einen später errichteten zweiten Tempel am gleichen Ort umbauen und erweitern. Er wurde während des jüdischen Aufstands gegen die Römer im Jahr 70 zerstört.

Der Tempelberg wird auch von Muslimen als "das edle Heiligtum" verehrt. Er ist der Standort des Felsendoms und der Aksa-Moschee und damit das dritthöchste Heiligtum der Muslime. Archäologische Funde im Bereich des Tempelbergs haben deshalb immer auch eine politische Dimension.

Erst im Mai hat eine Entdeckung im Zusammenhang mit Herodes für weltweite Schlagzeilen gesorgt. Im Festungspalast Herodium, zwölf Kilometer südlich von Jerusalem, hatte der israelische Archäologe Ehud Netzer nach jahrzehntelanger Suche das Grab des Herrschers entdeckt. Es gilt als wichtigster archäologischer Fund der vergangenen Jahre.

mbe/AFP/AP

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