John Robert Vane Entdecker der Aspirin-Funktionsweise gestorben
London - Vane ist bereits am vergangenen Freitag gestorben, wie die University of London mitteilte. Die Ursache seines Todes wurde nicht genannt. Der Pharmakologe fand 1971 heraus, dass Aspirin Schmerzen lindert, indem es die Produktion von Prostaglandin blockiert. Die hormonähnliche Substanz kommt in vielen Körperfunktionen vom Fieber bis zur Einleitung von Wehen zum Einsatz. Sie sorgt unter anderem dafür, dass Nervenzellen Schmerzsignale schneller übertragen, dass Fieber steigt und dass entzündetes Gewebe anschwillt.
Vanes Entdeckung des Prostaglandins namens Prostazyklin, das für die Erweiterung und verbesserte Durchblutung von Blutgefäßen sorgt, ermöglichte auch die Entwicklung neuer Herz- und Gefäßmedikamente wie etwa ACE-Hemmer, die heute auf breiter Front etwa gegen Bluthochdruck und Herzleiden angewandt werden.
Für seine Leistungen wurde Vane 1982 mit dem Medizin-Nobelpreis geehrt. Er teilte sich die Auszeichnung mit seinen schwedischen Kollegen Sune Bergström und Bengt Samuelsson. Vane hinterlässt seine Frau und zwei Töchter.
Den eigentlichen Aspirin-Wirkstoff, die Salicylsäure, benutzten schon die alten Ägypter: Sie kochten die Rinde des Weidenbaumes und tranken den Sud gegen Fieber und Schmerzen. Allerdings konnte Salicylsäure, die im 19. Jahrhundert vor allem gegen rheumatische Beschwerden eingesetzt wurde, zu Magenbluten, Übelkeit und Erbrechen führen.
1897 veredelte Felix Hoffmann bei den Farbenwerken Bayer erstmals Salicylsäure mit Acetylsäure, auch Essigsäure genannt. Das Resultat hieß Acetylsalicylsäure, kurz ASS, und war frei von schweren Nebenwirkungen. Bayer verkaufte das Medikament als Aspirin, das in den kommenden Jahrzehnten zu einer Art globalem Allheilmittel avancierte. ASS kommt heute auch als Wirkstoff in Medikamenten vieler anderer Anbieter vor.