Katastrophenforschung Was explodierende Eier verraten
Was passiert mit einem Ei, wenn man den flüssigen Inhalt entfernt, es mit Wasserstoffgas füllt und ansteckt? Man muss kein Physiker sein, um vorhersagen zu können, dass eine Eierschale für solche Attacken von innen nicht geschaffen ist. Trotzdem hat ein deutscher und ein ungarischer Forscher jetzt genau das getan - weil Eier gute Modelle für andere Arten von abgeschlossenen Hohlkörpern darstellen.
Informativ ist am gesprengten Ei vor allem eins: Wie sehr wird es zerfetzt? Anzahl und Größe der Schalenfragmente hängen von der Intensität der Explosion ab. Ferenc Kun, Falk Wittel und ihre Kollegen brachten die Eier deshalb unter kontrollierten Bedingungen zum Platzen: Die Schalen-Scherben wurden in einer Plastiktüte aufgefangen. Je stärker der Druck, so das Ergebnis, desto mehr Fragmente gibt es - und desto weniger große Stücke bleiben übrig.
Der Zusammenhang zwischen Zahl und Größe der Bruchstücke und der Wucht der Explosion folgt einem mathematisch formulierbaren Gesetz, wie der Online-Wissenschaftsdienst "Nature Science Update" berichtet. Verglichen wurden die Ei-Explosionen mit Ergebnissen von Versuchen, in denen Eier mit Gummibändern auf den Boden geschossen wurden. Auch in diesem Fall entsteht eine vorhersagbare Verteilung von Bruchstücken. Die Fragmente der Absturz-Eier waren aber weniger zahlreich und größer als die Explosions-Reste.
Die Ergebnisse sollen dabei helfen, die Ursachen von Flugzeugkatastrophen besser zu verstehen. Forensiker könnten die Erkenntnisse aber auch nutzen, um im Nachhinein die Größe einer explodierten Bombe zu bestimmen oder um die Ursache einer Explosion etwa in einer Chemiefabrik herauszufinden.