Klimaschutz: Gerd Müller verlangt 500 Millionen Euro mehr - DER SPIEGEL
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Bericht des Weltklimarats Entwicklungsminister Müller verlangt 500 Millionen Euro mehr für Klimaschutz

In einer Reaktion auf den IPCC-Bericht fordert Gerd Müller mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Klimakrise. Dem SPIEGEL sagte er, Deutschland solle zusätzlich 500 Millionen Euro in Klimaschutzmaßnahmen in Afrika investieren.
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: "Der Sonderbericht muss uns wachrütteln"
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: "Der Sonderbericht muss uns wachrütteln"

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: "Der Sonderbericht muss uns wachrütteln"

Foto: photothek/ imago images
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Entwicklungsminister Gerd Müller fordert mehr finanzielle Mittel für den internationalen Klimaschutz. "Es bleibt immer weniger Zeit, die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Auch in Deutschland müssen wir unsere Anstrengungen vergrößern und im kommenden Jahr zusätzlich 500 Millionen Euro in den internationalen Klimaschutz investieren", sagte der CSU-Politiker dem SPIEGEL.

Das Geld solle entweder aus dem Nationalen Klimafonds oder aus dem Bundeshaushalt kommen, so der Minister. "Damit können wir eine Innovations- und Investitionsoffensive für Klimaschutzmaßnahmen in Afrika finanzieren und unter anderem die internationale Agrarforschung stärken", sagte Müller.

In dem am Donnerstag in Genf veröffentlichten IPCC-Sonderbericht zur Landnutzung (mehr über den neuen Report des Weltklimarats lesen Sie hier) fordern die beteiligten Wissenschaftler weltweit ein radikales Umsteuern bei der Landnutzung. Sie plädieren dafür, die Ausbeutung von Land, die Lebensmittelverschwendung und die CO2-Belastung durch die Landwirtschaft dringend zu reduzieren. Dies sei Voraussetzung dafür, die wachsende Erdbevölkerung dauerhaft zu ernähren und zugleich das Klima zu schützen.

Umweltministerin Svenja Schulze forderte als Reaktion auf den Bericht auch Konsequenzen für Deutschlands Landwirtschaft. Es brauche mehr Ökolandbau, sagte die SPD-Politikerin. Ein Anteil von 20 Prozent sei schon lange das Ziel. Um dies zu erreichen, müsse die Agrarförderung der EU andere Anreize setzen. 2018 lag der Anteil bei 9,1 Prozent.

Wissenschaftler warnen vor "planetarem Notstand"

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) mahnte "mehr Nachhaltigkeit und die Schonung unserer Ressourcen" an. Sie nehme die Landwirtschaft diesbezüglich in die Pflicht, sagte Klöckner der "Passauer Neuen Presse". Gleichzeitig müsse aber eine wachsende Weltbevölkerung satt werden. Dabei könne der Ausbau digitaler Anwendungen und Lösungen helfen.

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Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Johan Rockström, warnte am Donnerstag, dass sich das Zeitfenster für entschlossene Maßnahmen schnell schließt. Der Bericht des Weltklimarats bestätige, "dass wir vor einem planetaren Notstand stehen".

"Der Sonderbericht muss uns wachrütteln", sagte Minister Müller dem SPIEGEL. "Klimazonen verschieben sich, ehemals fruchtbare Landschaften werden zu Wüsten. Dürren und Hitzewellen nehmen weltweit zu. Eine halbe Milliarde Menschen leben in Gebieten, die davon betroffen sind. Ernährungssicherung und Klimaschutz sind die Überlebensfragen der Menschheit."

Die EU soll den Import von Palmöl beschränken

Der Minister möchte außerdem die Importe von Soja und Palmöl in die EU einschränken. "Die EU sollte nur noch nachhaltiges Soja und Palmöl importieren", äußerte Müller gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Hintergründe über Palmöl lesen Sie hier).

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"Das Abholzen von Regenwäldern verursacht elf Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes", sagte Müller. "Alle vier Sekunden wird die Fläche eines Fußballfelds abgeholzt - vor allem für riesige Soja- und Palmölplantagen. Das müssen wir sofort stoppen." Besonders in Brasilien hat die Abholzung der Wälder in den vergangenen Monaten massiv zugenommen.

stu/AFP/dpa