Klimawandel Ozonloch über Argentinien
Genf - Das Ozonloch hat Mitte dieser Woche die südargentinische Stadt Ushuaia erreicht. Wie die Weltwetterorganisation (WMO) am Freitag in Genf berichtete, lagen die Ozonwerte über der Stadt um 35 Prozent unter dem in den siebziger Jahren gemessenen so genannten Normalwert.
Auf der Macquarie Insel, südlich von Australien, maßen die Wissenschaftler sogar Ozonwerte von minus 40 Prozent. "Diese niedrigen Werte sind sehr ungewöhnlich, aber nicht einmalig", erklärte die WMO. "In der Vergangenheit sind sie allerdings nur jeweils für sehr kurze Zeit gemessen worden."
In diesem Jahr hat sich das Ozonloch über der Antarktis wesentlich früher bemerkbar gemacht als sonst. Laut WMO steht bisher aber noch nicht zweifelsfrei fest, ob dies an den besonderen Wetterbedingungen in diesem Sommer liegt oder von menschlichen Einflüssen abhängig ist.
"Man geht inzwischen davon aus, dass der fortgesetzte allgemeine Ozonschwund in der unteren Stratosphäre und die weltweite Zunahme von Treibhausgasen zu niedrigeren Temperaturen in der unteren Stratosphäre führen", stellte die WMO fest. Dieser Temperaturrückgang könne dafür verantwortlich sein, dass sich das Ozonloch nun für eine längere Zeit zeige als in den Vorjahren.