Krebsvorsorge Wie Ernährung das Risiko beeinflusst
Potsdam - Starker Alkoholkonsum erhöht bei Frauen leicht das Brustkrebsrisiko. Der Verzehr von Obst und Gemüse senkt die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken. Das Risiko für Tumore ander Prostata, im Magen oder den Nieren beeinflusst das Grünzeug aber offenbar nicht.
Solchen Zusammenhängen sind die Forscher des europäischen Projekts Epic (European Prospective Investigation into Cancer und Nutrition) auf der Spur. Seit 1992 wurden in zehn Ländern von 23 Forschungszentren rund 520.000 Menschen untersucht. Rund ein Zehntel davon sind Probanden aus Deutschland.
Heute präsentierten Epic-Forscher Zwischenergebnisse zu zahlreichen Aspekten von Lebensgewohnheiten und dem Risiko für bestimmte Krebsarten (siehe Tabelle).
Ein hohes Gewicht könne das Risiko für manche Krebsarten steigern, berichten die Epic-Forscher. So gebe es einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Nierenkrebs bei Frauen. Es sei bei beiden Geschlechtern zudem mit einem erhöhten Risiko für Dickdarmkrebs verbunden.
Ernährung und Krebs
| Ernährungsfaktor | Zusammenhang | kein Zusammenhang | |
|---|---|---|---|
| Obst- und Gemüseverzehr | Gesenktes Risiko für Krebs des oberen Verdauungstrakts und Lungenkrebs | Kein Einfluss auf Brust-, Prostata-, Magen-, Nieren-, Eierstock- und Lymphomkrebs nachgewiesen | |
| Ballaststoffaufnhame | Gesenktes Dickdarmkrebs-Risiko | ||
| Verzehr von rotem Fleisch und Fleischwaren | erhöhtes Risiko für Magen- und Dickdarmkrebs | ||
| Vitamin-C-Spiegel im Blut | Mit niedrigerem Risiko für Magenkrebs assoziiert | ||
| Häufiger Fischverzehr | Gesenktes Risiko für Dickdarmkrebs | Keine Risikoverminderung für Brustkrebs feststellbar | |
| Hoher Alkoholkonsum | Leichte Erhöhung des Risikos für Brustkrebs |
Die Ergebnisse der Ernährungswissenschaftler mögen für viele gesundheitsbewusste Zeitgenossen wie eine Bestätigung des Rats zu ausgewogenen Mahlzeiten klingen: So raten die Autoren der Studie zu reduziertem Fleischverzehr, denn der Konsum von rotem Fleisch und Fleischwaren erhöhe das Risiko für Magen- und Dickdarmkrebs. Obst und Gemüse seien auf jeden Fall gesünder. Durch die Aufnahme von Ballaststoffe könne zudem die Erkrankungsgefahr gesenkt worden. "Bei der Aufnahme von Ballaststoffen kommt man an Vollkornbrot nicht vorbei", sagte der Potsdamer Forscher Hans-Georg Joost. Denn darin seien die meisten Ballaststoffe enthalten.
Außerdem, auch das dürften Gesundheitsbewusste schon immer zu wissen geglaubt haben, hält körperliche Aktivität gesund - jedenfalls mindert sie das Dickdarmkrebs-Risiko.
stx/dpa