Leonidenstrom 1800 Meteore pro Stunde
Allerdings machte das Wetter vielen Schaulustigen einen Strich durch die Rechnung: In den meisten Teilen Deutschlands verdeckten dichte Wolken die Sicht. Die besten Chancen, das Spektakel zu beobachten, hatten die Norddeutschen: An der Nordseeküste und in der Kieler Region riss die Wolkendecke auf und gab freien Blick auf das kosmische Feuerwerk. Besonders schön war der Leonidenstrom im Nahen Osten zu bestaunen: Hier störten weder Schnee noch Wolken.
Ursache für den Leonidenstrom ist der Komet "Tempel-Tuttle", der in 33 Jahren einmal die Sonne umrundet. Gegen 03.00 Uhr habe die Erde mit einer Entfernung von etwa 1,2 Millionen Kilometern die größte Nähe zur Kometenbahn erreicht, berichtete Walter Flory vom Europäischen Raumfahrt-Kontrollzentrum (ESOC). Wie erwartet sei um diese Zeit das Maximum des Meteorstroms zu beobachten gewesen. Danach habe die Tätigkeit mit zunehmender Entfernung der Erde von der Kometenbahn abgenommen. Die befürchteten Schäden an Satelliten blieben aus: "Bis jetzt haben unsere Satelliten den Meteorsturm unbeschadet überstanden", sagte Flory.
Die Astronomen versprechen sich von den Bildern des Leonidenstroms wichtige Rückschlüsse auf die Entstehung der Erde. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln hatte daher ein Netz von Beobachtungsstationen in sieben europäischen Ländern mitaufgebaut. Beobachtungskameras flogen auch an Bord von zwei Flugzeugen der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa mit.